Ketterer Kunst Logo

Detailsuche

Das internationale Auktionshaus für den Kauf und Verkauf von
Adolf Meyer

Biografien
Adolf Meyer

*  1881 Mechernich
† 1919 Baltrum


Adolf Meyer, Architekt und Designer, gilt als eine der Größen des Bauhauses, wenngleich seine Leistung im Schatten des berühmteren Partners Walter Gropius lange Zeit zu wenig gewürdigt wurde.
1881 in Mechernich/Eifel geboren, absolviert Adolf Meyer zunächst eine Lehre zum Kunsttischler und arbeitet in verschiedenen Möbelfabriken. Es folgt zwischen 1903 und 1907 ein Studium an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf bei Peter Behrens sowie in Johannes Ludovicus Mathieu Lauweriks' Architekturklasse. Anschließend arbeitet Adolf Meyer von 1907 bis 1908 in der großen Talentschmiede der modernen Architektur, Peter Behrens' Architekturbüro. 1909 wechselt der junge Architekt in das Atelier von Bruno Paul in Berlin, um kurz danach in Walter Gropius' Berliner Baubüro einzusteigen.
Rasch wird Adolf Meyer engster Mitarbeiter von Gropius und beteiligt sich an dessen frühen Geniestreichen wie dem "Faguswerk" (1911) und der Musterfabrik für die Kölner Werkbundausstellung von 1914. Zugleich leitet er die Entwurfsabteilung des Berliner Stahlbau-Konzerns "Breest & Co".
Der Erste Weltkrieg unterbricht die Entwicklung von Adolf Meyer. Schon bald nach Kriegsende aber ruft Gropius ihn ans neu gegründete Bauhaus. Adolf Meyer unterrichtet dort Werkzeichnen und Konstruktion als außerordentlicher Meister und Lehrer der Architektur. Bis 1925 bleibt Adolf Meyer am Bauhaus und darüber hinaus Walter Gropius' engster Vertrauter und liebster Mitarbeiter. An zahlreichen von Gropius' Entwürfen ist Adolf Meyer maßgeblich beteiligt.
Nach dem Umzug des Bauhauses nach Dessau (1925) bleibt Meyer zunächst in Weimar zurück. Schon 1926 übersiedelt Adolf Meyer als Stadtbaurat und Kunstschullehrer für Hochbau nach Frankfurt am Main, wo gerade das "Neue Frankfurt" entsteht. In dieser avantgardistischen Atmosphäre schafft er ab 1926 Industriegebäude in klarer, nüchterner und funktionaler Formensprache, so die Magazine und die Kokerei des Gaswerkes und die Werkstattbauten der Elektrizitätswerke, die zu den bedeutendsten industriellen Bauten der 1920er Jahre gerechnet werden. Gemeinsam mit Mart Stam, Willi Baumeister und Josef Gantner gründet Adolf Meyer 1928 die "Frankfurter Oktobergruppe".
Parallel zum architektonischen Oeuvre entstehen zahlreiche hochwertige Möbelentwürfe, Grafiken und Raumgestaltungen, die der reduzierten, klaren Ästhetik des Bauhauses verpflichtet sind. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Gestaltung von eleganten, schlichten Beleuchtungskörpern. Bereits während der Zusammenarbeit mit Gropius betätigt sich Adolf Meyer als Lampendesigner; später weitet er dieses Betätigungsfeld noch aus. Zu den umfassendsten Projekten dieser Art zählen die Entwürfe für die Berliner Goerz-Werke der Zeiss-Ikon-AG (1926-29).
1929 verstirbt Adolf Meyer auf Baltrum.