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Alberto Giacometti

Biografien
Alberto Giacometti

*  1901 Borgonovo/Schweiz
† 1966 Chur


Alberto Giacometti wird am 10. Oktober 1901 in dem kleinen Dorf Borgonovo im Kanton Graubünden geboren. Er verbringt die ersten Schuljahre im Nachbarort Stampa. Dort malt und modelliert er unter Anleitung seines Vaters Giovanni Giacometti. 1919, kurz vor dem Abschluss seiner Gymnasialzeit, tritt er vorzeitig aus der Lehranstalt aus, um sich von nun an ganz der Kunst zu widmen. Nach einem Studium an der Genfer Kunstgewerbeschule von 1919 bis 1920 und anschließend einem längeren Italien-Aufenthalt geht Giacometti 1922 nach Paris an die Académie de la Grande Chaumière zu Bourdelle, bei dem er bis 1925 die entscheidende künstlerische Prägung erfährt. Nach archaisierenden Anfängen, die eine elementare Kraft auszeichnet, folgt eine Annäherung an die surrealistische Bewegung, der sich Giacometti 1930 bis 1935 anschließt. In dieser Zeit entstehen die "Objets" und verschiedene literarische Beiträge für die Zeitschriften der Surrealisten. In den räumlichen Konstruktionen deutet sich bereits die extreme Überlängung an, welche zunehmend Kennzeichen der Figuren Giacomettis wird. Die menschliche Figur als Thema rückt immer mehr in den Vordergrund, so dass ab 1945 fragile, fast körperlose Bronzefiguren entstehen, deren Zerbrechlichkeit noch verstärkt wird durch einen vergleichsweise kompakten Unterbau, auf den Giacometti die Gestalten setzt. Das Verhältnis zwischen Figur und Raum wird zum Kernpunkt: Schreitend oder stehend finden sich die Figuren in Leere und Isoliertheit. Eine existentielle Ausgesetztheit und Angst lassen sich in dieser eindringlich-subjektiven Darstellungsweise, welche aus der Unmittelbarkeit des Augenblicks lebt, erahnen. Für viele sind sie Spiegelbild der damaligen geistigen Situation. Wie die Plastiken, die einen maßgeblichen Einfluss auf die zeitgenössische Bildhauerei ausüben, so zeigen auch Giacomettis Zeichnungen und seine Malerei in großer Eindringlichkeit und Sensibilität den verlorenen Menschen in der Leere des Raumes. Formale Charakteristika sind das grafische Liniengeflecht, mit dem Giacometti Volumina aus der Fläche schält, und die fast monochrome Farbigkeit seiner Malerei. Ab 1953 kommen druckgrafische Arbeiten hinzu, die zum Teil auch in Büchern erscheinen. Während der Kriegsjahre lebt Giacometti in Genf, 1945 kehrt er wieder nach Paris zurück, wo er bis zu seinem Tod 1966 lebt und arbeitet. Im Jahr 1961 erhält Giacometti den Preis der Carnegie-Stiftung Pittsburgh, 1962 den Großen Preis der Biennale Venedig und 1964 den Guggenheim-Preis für Malerei. Seine unverwechselbaren Arbeiten sind in allen bedeutenden Sammlungen der Welt vertreten und steht dort beispielhaft insbesondere für die Kunst der Mitte des 20. Jahrhunderts.