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Alvin Langdon Coburn

Biografien
Alvin Langdon Coburn

*  1882 Boston
† 1966 Rhos-on-Sea/Wales


Alvin Langdon Coburn beschäftigt sich bereits 1898 bei seinem Verwandten Fred Holland Day in New York mit der Fotografie. Während einer Europareise mit längerem Aufenthalt in London kann er dort seinen ersten Erfolg mit der Teilnahme an einer Ausstellung verbuchen. Zudem knüpft er durch die Vermittlung von Fred Holland Day und George Bernard Shaw Kontakte zu englischen Künstlern und Intellektuellen wie Frederick H. Evans, Frank Eugene Smith und Robert Demachy. 1901/02 lässt sich Coburn als freier Fotograf in New York nieder. Er lernt Alfred Stieglitz kennen und ist einer der Mitbegründer der "Photo-Secession". Coburn ist zunächst als Porträtfotograf tätig, der u.a. Mark Twain, Gertrude Stein, Henri Matisse oder William Butler Yeats porträtiert. Diese Aufnahmen gibt er 1913 und 1922 in "Men of Mark" und "More Men of Mark" heraus. Daneben befasst er sich mit östlichen Kulturen und vergleichender Religionswissenschaft. Vor allem durch die intensive Auseinandersetzung mit japanischen Gemälden und Arbeiten von James McNeil Whistler entstehen Porträts, Stadt- und Landschaftsaufnahmen, in denen die Stimmung und Atmosphäre betont werden. Schärfe und Detailwiedergabe interessieren Coburn, der mit Weichzeichner und linsenlosen Kameras experimentiert, weniger. 1912 fotografiert er von New Yorker Wolkenkratzern herab und schafft damit Arbeiten mit mehr Detailschärfe, ohne Horizontlinie und mit einer verflachten Perspektive. Noch im gleichen Jahr übersiedelt Coburn nach England. Durch Ezra Pound wird er mit den englischen Kubisten bekannt, den sogenannten "Vorticists". Angeregt durch diese Künstler kommt er 1916 zu seinen "Vortographs", mit denen ihm mit Hilfe eines Spiegelprismas vor der Kameralinse, dem "Vortoscope", eine kubistische Zersplitterung der Formen gelingt. Diese kaleidoskopartigen Bilder zählen zu den frühesten abstrakten Fotografien. Ab etwa 1918 wendet sich Coburn von der professionellen Fotografie ab. Er beschäftigt sich bis zu seinem Tode im Jahre 1966 vor allem mit Freimaurerei, Spiritualismus und Druidentum und fotografiert nur noch gelegentlich. Coburns Schaffen wird von zahlreichen Veröffentlichungen von Fotografien und Aufsätzen in Fotozeitschriften wie "Camera Work" und in Büchern begleitet. Coburn gilt als bedeutender Vertreter des Piktorialismus und Pionier der abstrakten Fotografie.