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André Masson

Biografien
André Masson

*  1896 Balagny
† 1987 Paris


Der in Balagny, einem Dorf der Ile de France geborene französische Maler und Graphiker André Masson siedelt 1904 nach Brüssel um, wo er, bevor er 1912 nach Paris geht, die Akademie der Schönen Künste besucht. In Paris wird er in das Atelier Paul Baudoin an der Ecole Nationale Superieure des Beaux-Arts aufgenommen. Bei Kriegsausbruch wird Masson Soldat. Eine schwere Verwundung 1917 hat einen mehrmonatigen Lazarett-Aufenthalt zur Folge. Als er 1922 nach Paris zurückkehrt, wird er in seiner künstlerischen Arbeit zunächst von André Derrain und dem Kubismus beeinflußt. Bald allerdings stößt er auf die Surrealisten und schließt sich 1924 deren Bewegung an. 1925 findet die erste Ausstellung der Surrealisten in der Galerie Pierre statt, an der auch Masson teilnimmt. Fünf Jahre später verlässt Masson aus Protest gegen den autoritären Führungsanspruch Bretons die Gruppe. Durch den Surrealismus öffnet sich dem Maler der Zugang zum Irrationalen und den psychologischen Quellen der Kunst, deren Tiefe er mit Hilfe der "écriture automatique", einer automatischen Handschrift, hergeleitet aus dem Unbewussten, zu erforschen sucht. Aus dieser Methode heraus, der er hinfort mehr oder weniger treu bleibt und die für die Unverwechselbarkeit seiner Arbeiten sorgt, entwickelt Masson die bekannten Sandbilder aus Leim und Sand in verschiedener Farbigkeit. Die linienbetonte, freie Formenumschreibung seiner grafischen Werke zeugt von einer Auseinandersetzung mit der ostasiatischen Kalligraphie. In trancehaft gezeichneten, schwingenden Linien oder auch ekstatisch erregten Schriftzügen hält Masson oft wilde, grausame Visionen fest, hinter deren Spontanität und leidenschaftlicher Empfindung sich doch meist eine kubistisch geordnete Bildstruktur ausmachen lässt. Figuren des Grauens, fragmentierte Figuren, entstehen ab 1942, als Masson vor der Okkupation Frankreichs in den USA Zuflucht sucht. Bis in die sechziger Jahre beschäftigen ihn, der - ab 1945 wieder in Paris - mit dem Surrealismus endgültig bricht, noch derlei Motive. Das vielseitige Werk Massons umfasst u.a. auch Buchillustrationen und Bühnenbilder. 1966 fertigt Masson ein Deckengemälde für das Pariser Théatre Odéon.
Obwohl man Masson, insbesondere in den USA, als Anreger des abstrakten Expressionismus feiert, ist er in seinem Werk nie informel geworden, sondern blieb nachdrücklich gegenstandsbezogen. Sein Anliegen ist es, seine eigene Vision zur Realität zu machen und "nicht das Ereignis des Tages zu fotografieren".