Ketterer Kunst Logo

Detailsuche

Das internationale Auktionshaus für den Kauf und Verkauf von
Armand Bouten

Biografien
Armand Bouten

*  1893 Venlo
† 1965 Amsterdam


Armand Bouten, der erst in jüngerer Zeit wiederentdeckte Meister des niederländischen Expressionismus, kommt im Jahr 1893 im grenznahen Venlo zur Welt. 19-jährig übersiedelt der junge Bouten 1912 nach Amsterdam. Hier schreibt er sich an der Zeichenschule Rijks-Instituut opleiding Tekenleraren ein, wo er im Anschluss an seine Ausbildung auch selbst unterrichtet. Mit seiner Mitschülerin, der Malerin Hanny Korevaar, schließt Armand Bouten 1922 die Ehe.
In seinen frühen Arbeiten befasst sich Armand Bouten zunächst mit ruralen, aber auch mit mondänen Motiven in der Tradition eines Jan Sluijter. Bald nähert er sich mehr und mehr dem expressionistischen Stil an. Auch eine Fahrt nach Osteuropa (1918), der Beginn einer umfangreichen Reisetätigkeit, bringt neue Einflüsse. Gleiches gilt für den Parisaufenthalt 1923-1925, als Armand Bouten mit den Größen der dort lebenden russischen Primitivisten Kontakte knüpft - insbesondere in seinen dreidimensionalen Werken steht Bouten dem Primitivismus nahe. Auch Marc Chagall stattet er in Paris mehrere Besuche ab.
Das Werk von Armand Bouten, der nun zunehmend auch in Aquarell oder Gouache auf Papier arbeitet, wandelt sich zu dieser Zeit radikal. Ganz auf der Höhe der Epoche entstehen Bordell- und Straßenszenen, die oft Eindrücke aus dem wilden Leben im Amsterdamer Viertel De Pijp verarbeiten. Leitmotive des Oeuvres werden darüber hinaus die Frau und der Geburtsprozess. 1922 bespielt er seine erste Einzelausstellung in Amsterdam.
Erfolge sind Armand Bouten jedoch zu Lebzeiten nicht beschieden. Mit dem Ende der 1920er Jahre wird die Farbpalette seiner Bilder zunehmend dunkler, der Ton existenzialistischer. Die Stimmung von Werk und Schöpfer verdüstert sich.
1935 übersiedelt Armand Bouten nach Brüssel, wo er bis 1957 lebt und arbeitet. Einige Malereien, Gouachen und Federzeichnungen bilden das schmale Alterswerk, mit dem Armand Bouten an sein früheres Schaffen anknüpft.
Erst spät wird Armand Bouten von der Kunstwelt wiederentdeckt. 2008/09 richtet das Groninger Museum dem vergessenen Expressionisten eine große Retrospektive aus. Zeitgleich zeigt die Anderwereld Galerie die Arbeiten auf Papier. Über vier Jahrzehnte ist Armand Bouten da schon tot: Nach 1957 lässt sich der Maler wieder in Amsterdam nieder, wo er 1965 verstirbt.