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Egon Schiele

Biografien
Egon Schiele

*  1890 Tulln
† 1918 Wien


Egon Schiele wird am 12.6.1890 im niederösterreichischen Tulln geboren. Er besucht zunächst in Wien die Kunstgewerbeschule, wechselt aber sehr bald an die Wiener Akademie, wo er 1906 ein Malereistudium in der Klasse von Christian Griepenkerl beginnt. Die konservativen akademischen Lehren führen häufig zu Konflikten zwischen Schiele und seinem Lehrer. 1907 sucht er den Kontakt zu Gustav Klimt und der Wiener Sezession, deren Einfluss in den darauffolgenden Jahren spürbar ist. 1909 verlässt Egon Schiele schließlich die Akademie und gründet mit anderen Künstlern die "Neukunstgruppe". 1909 nimmt Schiele mit vier Arbeiten an der "Internationalen Kunstschau Wien" teil. Durch den Kunstkritiker Arthur Roessler lernt er bald darauf die Sammler Carl Reininghaus und Oskar Reichel kennen.
Anfangs sich noch an den dekorativen Formen des Jugendstils orientierend, findet Egon Schiele um 1910 zu einem eigenständigen Stil. Er ist ein virtuoser Zeichner. Eine teils bizarre Exzentrik der Pose eignet fast allen Figurenbildern von Schiele. In radikaler Subjektivität zeigt Schiele in seinen erotischen Aktzeichnungen Blickwinkel und Ansichten, die die Körper oft verzerrt oder deformiert erscheinen lassen. Die unverstellte Nacktheit und vermeintliche Obszönität fordern den Betrachter heraus.
1911 zieht Egon Schiele nach Krumau. Es entstehen zahlreiche Ansichten der Stadt und der Weinberge. Schiele malt und zeichnet zudem Aktbilder von immer jüngeren Modellen, weshalb er von der kleinstädtischen Bevölkerung vertrieben wird. Er übersiedelt nach Neulengbach, wo ähnliche Bilder zur Neulengbach-Affäre führen. Schiele wird angeklagt, unsittliche Zeichnungen anzufertigen und zu verbreiten, zudem soll er eine Minderjährige verführt haben. 1912 wird er zu drei Wochen Haft verurteilt. Im Gefängnis entstehen zahlreiche Zeichnungen, die den Zustand des Gefangenseins ausdrücken.
1913 wird Egon Schiele in den "Bund österreichischer Künstler" aufgenommen und nimmt mit seinen Werken an mehreren bedeutenden Ausstellungen teil. In Berlin beauftragt ihn Hans Pfemfert, Herausgeber der Zeitschrift "Die Aktion", wiederholt mit Illustrationen. Anfang 1914 beschäftigt sich der Künstler mit der Technik des Radierens und des Holzschnitts, es entstehen jedoch im Ganzen nur 17 Radierungen. Fasziniert ist Egon Schiele auch von der Fotografie. Es entsteht eine Reihe von Fotografien, in denen sich Schiele, ähnlich wie in seinen Gemälden und Zeichnungen, selbstbewusst und exzentrisch in Szene setzt.
1915-1917 ist Schiele zum Kriegsdienst eingezogen. 1918 nimmt Egon Schiele an der Wiener Sezessions-Ausstellung teil, die für ihn zum grandiosen Erfolg wird, da fast alle seiner 50 ausgestellten Gemälde und Zeichnungen verkauft werden.
Am 31.10.1918 stirbt Egon Schiele in Wien an der Spanischen Grippe.