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Erich Buchholz

Biografien
Erich Buchholz

*  1891 Bromberg
† 1972 Berlin


Erich Buchholz, bedeutender Vertreter der geometrischen Abstraktion, kommt im Jahr 1891 in Bromberg (Bydgoszcz/Polen) zur Welt. Er erhält 1908 eine Ausbildung zum Lehrer und arbeitet zwischen 1911 und 1915 an einer Volksschule in Charnikau, fühlt sich jedoch immer zur Kunst hingezogen. Kurz entschlossen lässt er den Lehrerberuf hinter sich und übersiedelt 1915 nach Berlin. 1917 lässt sich Erich Buchholz in Bamberg als Bühnenbildner nieder, sein Atelier aber bleibt in der Hauptstadt.
Der aufstrebende Künstler tritt bald mit ersten Arbeiten an die Öffentlichkeit. Nun beginnt eine kurze, aber äußerst kreative Epoche: Nach frühen expressionistischen Malereien entdeckt Erich Buchholz die geometrische Abstraktion, die er selbst "absolute Abstraktion" nennt. Unter dem Einfluss von "De Stijl" und Suprematismus schafft er bedeutende Flächenkompositionen, in denen oft die Töne Schwarz, Gold und Rot dominieren. Bald arbeitet Erich Buchholz auch dreidimensional, es entstehen Objekte aus Glas und Reliefs aus farbig bemalten Holzstücken. Und sogar in Richtung eines Gesamtkunstwerkes gehen die Überlegungen von Buchholz, der sein Schaffen auf alle Gattungen und Bereiche auszuweiten trachtet. Es entstehen wichtige Design- und Architekturentwürfe.
Buchholz kann zu dieser Zeit als Gastkünstler in der "Novembergruppe" ausstellen und erhält 1921 eine Einzelausstellung in der berühmten "Sturm"-Galerie Herwarth Waldens. Sein Atelier wird nun zu einem Zentrum der Avantgardisten: Künstler wie Kurt Schwitters, Ludwig Mies van der Rohe, László Moholy-Nagy oder Hannah Höch gehen ein und aus.
Diese Ära ist jedoch von kurzer Dauer: 1925 übersiedelt Erich Buchholz nach Oranienburg. Der Künstler lässt die Berliner Avantgarde weitgehend hinter sich, verdingt sich nun als Landwirt, züchtet Geflügel und betreibt eine Kiesgrube. Die Jahre der NS-Diktatur ziehen endgültig einen Schlussstrich unter das künstlerische Schaffen. Erich Buchholz, der eigentlich als Bauhauslehrer vorgesehen ist, wird verfemt, mit Mal- und Ausstellungsverbot belegt. Lediglich mit Bildnissen seiner Freunde kann er sich nun noch über Wasser halten. In den 1950er Jahren kehrt Erich Buchholz nach Berlin zurück. Hier schafft er ein virtuoses Alterswerk, in dem er an seine Ideen der 1920er Jahre anknüpft.
Arbeiten von Erich Buchholz sind heute in zahlreichen bedeutenden Museen vertreten, darunter das Sprengel-Museum in Hannover, das Museum Ludwig in Köln, das Museum of Modern Art in New York oder die Staatsgalerie Stuttgart.
Erich Buchholz verstirbt im Jahr 1972 in Berlin.