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Gerhard Merz

Biografien
Gerhard Merz

*  1947 Mammendorf bei München

Die frühen expressiven Arbeiten von Gerhard Merz stehen malerisch unter dem Einfluss von Francis Bacon. Während seines Studiums von 1969 bis 1973 an der Münchner Kunstakademie beginnt Merz, sich anhand von Metallskulpturen und monochromen Arbeiten mit suprematistischen und konstruktivistischen Positionen auseinanderzusetzen. Sein Werk kann zudem vor dem Hintergrund der konzeptuellen Bestrebungen der 1970er und 1980er Jahre gesehen werden. Um 1980 entstehen Schriftbilder und Serigrafien nach Fotografien, die mit monochromen Bildern und Wandmalereien kombiniert werden. Ab 1984 schafft Merz ortsspezifische Gemälde, für die er die Wände der Ausstellungsräume mit monochromer Mineralfarbe selbst gestaltet. In Rauminstallationen von 1986 bezieht Merz Schrift, Farbe und architektonische Aspekte ein und reflektiert auf diese Weise den Umgang mit der Kunstgeschichte und den Präsentationsformen im Kunstbetrieb. Ein wichtiges Beispiel dafür ist die Installation "Sieg der Sonne 1987" auf der documenta 8. Von 1988 bis 1994 vollzieht Merz in seiner "Archipittura" eine Synthese aus Malerei und Architektur, wobei die Fläche das prägende Element des Bildes bleibt. Die erste programmatische Arbeit dazu ist "ED IO ANCHE SON ARCHITETTO" aus dem Jahr 1988. Merz bezieht sich in seinen Installationen auf die Bauten Mies van der Rohes, reflektiert das Werk von Künstlern wie Marcel Duchamp. Kasimir Malewitsch oder Barnett Newman. Die hohe Komplexität dieser Aneignung ist dabei ebenso Kennzeichen seiner Kunst wie das Streben nach höchster formaler Klarheit. Höhepunkte seiner Ausstellungsaktivitäten bilden die Teilnahmen an den documenta-Ausstellungen sowie die gemeinsame Präsentation mit Katharina Sieverding 1997 auf der Biennale in Venedig im deutschen Pavillon. Merz zeigt hier einen fensterlosen Kubus mit einem Fries aus Neon-Röhren. 1991 erhält der Künstler einen Ruf an die Düsseldorfer Kunstakademie. Seit 2004 lehrt Merz an der Akademie der Bildenden Künste in München.