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Giorgio de Chirico

Biografien
Giorgio de Chirico

*  1888 Volos
† 1978 Rom


Giorgio De Chirico, Sohn italienischer Eltern, studiert zunächst am Polytechnikum in Athen Zeichnung und Malerei, bevor er von 1906 bis 1909 sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München fortsetzt. Hier beschäftigt sich de Chirico mit der Philosophie Friedrich Nietzsches und der fantastischen Bildwelt Arnold Böcklins und Max Klingers, die seine mythologisch-klassischen Frühwerke nachhaltig beeinflussen. Ab 1911 geht de Chirico für vier Jahre nach Paris. Ein Aufenthalt in Turin inspiriert de Chirico zum Malen traumähnlicher Stadtlandschaften, die von einer befremdlichen Atmosphäre der Stille und Verlassenheit geprägt sind und nur von Statuen und von den "manichini"(Gliederpuppen) belebt werden. Während de Chiricos Militärdienst in Ferrara trifft er 1917 auf den italienischen Maler Carlo Carrà. Gemeinsam entwickeln sie die Ästhetik der "Pittura metafisica" weiter und es entstehen de Chiricos Hauptwerke dieser Stilphase, wie z.B. "Ettore e Andromache"(1917) und "Le Muse inquietanti"(1918). Nach Kriegsende schreibt de Chirico für die Zeitschrift "Valori Plastici", um die sich eine anti-avantgardistische Künstlerbewegung gruppiert. In den folgenden Jahren distanziert sich de Chirico von seinen metaphysischen Arbeiten, wendet sich der hochrenaissanceistischen Klassizität des Novecento zu und erlernt 1920/21 bei häufigen Aufenthalten in Rom und Florenz die altmeisterliche Technik der Tafel- und Tempera-Malerei. 1925 zieht de Chirico wieder nach Paris, wo die Surrealisten seinen metaphysischen Werken höchste Anerkennung entgegenbringen. Ende der zwanziger Jahre verstärkt sich innerhalb de Chiricos künstlerischen Arbeiten die Tendenz zu einem pathetischen Neobarock. Gleichzeitig veröffentlicht er seinen visionären Roman "Hebdomeros", ist als Illustrator, Bühnen- und Kostümbildner tätig. Seit 1930 lebt de Chirico abwechselnd in Florenz, Mailand und Paris, bevor er sich 1944 endgültig in Rom niederlässt. In den fünfziger und sechziger Jahren greift de Chirico häufig auf seine metaphysische Stilphase und auf Werke aus den zwanziger Jahren zurück; erstellt Repliken und Bronzen aus der Ferrara-Periode und führt die Folge der Selbstbildnisse weiter aus. Trotz dieses weniger innovativen Spätschaffens gehört de Chirico zu den zentralen Figuren der Kunst des 20. Jahrhunderts. Als Wegbereiter der "Pittura metafisica" hat er weitreichenden Einfluss auf die folgenden Stilentwicklungen von Surrealismus, Neuer Sachlichkeit und Magischem Realismus. 1974 wird Giorgio de Chirico in die Pariser Académie des Beaux-Arts gewählt und erhält 1976 das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.