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Jacques Lipchitz

Biografien
Jacques Lipchitz

*  1891 Druskieniki/Litauen
† 1973 Capri


Chaim Jakob Lipchitz wird am 22. August 1891 als Sohn französich-amerikanischer Eltern in Druskieniki, Litauen, geboren. Er kommt im Jahr 1909 nach Paris, wo er sich Jacques nennt, um dort an der École des Beaux-Arts und an der Académie Julian zu studieren. Seine Bekanntschaft mit Archipenko, Picasso und dem Kreis der Kubisten bleibt für seine Arbeit nicht unmaßgeblich: 1913 entstehen die ersten kubistischen Skulpturen. Eine erste Einzelausstellung findet 1920 in der Pariser Galerie Léonce Rosenberg statt. Zwei Jahre später tritt Jacques Lipchitz der Gruppe 'Esprit Nouveau' bei. Zwischen 1915 und 1925 schafft der Künstler in Stein gemeißelte, kubistische Skulpturen, bei denen Figuren und Köpfe auf einfache, blockhafte Formen reduziert und zum Teil farbig gefasst sind. 1925 beginnt er mit einer Reihe von 'transparenten', raumdurchlässigen Skulpturen im Wachsausschmelzverfahren, mit denen er sich von der kubistischen Formensprache löst. Die kantigen Stukturen weichen einem zwanglosen plastischen Stil, der sich in einem freien Gebrauch natürlicher Formen äußert, die zunehmend organischer werden. 1930 findet eine erste Retrospektive in der Galerie de la Renaissance in Paris, 1935 eine erste große Ausstellung in der Brummer Gallery in New York statt. Zur Pariser Weltausstellung 1937 vollendet Lipchitz seinen "Prometheus", für den er schließlich die Goldmedaille erhält. Als 1940 Paris von den Deutschen besetzt wird, flieht der Bildhauer nach Toulouse, um von dort aus Frankreich bald endgültig zu verlassen und nach Amerika zu gehen. In New York, wo er sich niederlässt, stellen sich regelmäßige Ausstellungen in der Buchholz Gallery, der späteren Curt Valentin Gallery, ein. Im Jahr 1947 erfolgt ein Umzug nach Hastings-on-Hudson im Staat New York. Zahlreiche Ausstellungen und Preise würdigen das Werk des Künstlers ab den fünfziger Jahren. So finden z.B. 1954 Retrospektiven in New York und Minneapolis statt; zweimal nimmt Lipchitz an der documenta in Kassel teil (1959 und 1964), nachdem seine Arbeiten 1958 in einer großen Wanderausstellung durch Europa zu sehen sind. Ab 1962 erhält Lipchitz zahlreiche öffentliche Großaufträge in den USA und Israel, so u.a. den Aufrag für eine fast 15m hohe Bronzeskulptur mit dem Titel "Friede auf Erden", die 1969 in Los Angeles eingeweiht wird. Am 16. Mai 1973 stirbt Jacques Lipchitz auf Capri. Er wird in Jerusalem bestattet. 1978 wird noch die kolossale Großplastik "Unser Baum des Lebens" als ein Auftrag für Mount Scopus, Israel, von seiner zweiten Frau, der Berliner Bildhauerin Y. Halberstadt, vollendet und am höchsten Berg Jerusalems installiert.