Ketterer Kunst Logo

Detailsuche

Das internationale Auktionshaus für den Kauf und Verkauf von
Kalman Lengyel

Biografien
Kalman Lengyel


† 1945


Über das Leben des ungarischen Architekten und Möbeldesigners Kalman Lengyel ist nur wenig bekannt, Jahr und Ort seiner Geburt sind nicht überliefert. Mutmaßlich gehört Lengyel wie sein Kompagnon Marcel Breuer der Generation der um den Jahrhundertwechsel Geborenen an.
In Deutschland ist Kalman Lengyel nur wenige Jahre nachweisbar. Zuerst wird er 1927 in Berlin fassbar, wo er als Architekt Ladenumbauten vornimmt. Ebenfalls 1927 oder Ende 1926 folgt, wohl initiiert von Kalman Lengyel, die Gründung der Firma "Standard Möbel" in der Teltowerstraße 47-48 in Berlin, die später als "Standard-Möbel G.m.b.H." und schließlich als "Standard Möbel Lengyel & Co." bekannt wird. Kalman Lengyel initiiert diese Firmengründung gemeinsam mit seinem Landsmann Marcel Breuer, um die von Letzterem entwickelten Stahlrohrmöbel gezielt zu vermarkten. Am Bauhaus soll das bald die "Breuer-Krise" hervorrufen.
Im ersten Katalog von "Standard Möbel" befinden sich ausschließlich Entwürfe von Marcel Breuer, nummeriert und mit einem "B" gekennzeichnet. Im zweiten Katalog, der wohl um die Jahresmitte 1928 unter dem Titel "Das neue Möbel" gedruckt wird, erscheinen dagegen auch vier mit einem "L" für "Lengyel" markierte Entwürfe.
Kalman Lengyels selbstgewählte Rolle in der Firma ist neben dem Design aber auch und insbesondere, für die finanziellen Grundlagen zu sorgen. Doch scheint er wirtschaftlich nicht sonderlich begabt zu sein, denn schon bald steckt "Standard Möbel" in einer finanziellen Krise. So überredet 1928 Anton Lorenz - vielleicht unterstützt durch Kalman Lengyel? - Marcel Breuer, die Rechte seiner bereits produzierten Entwürfe an "Standard Möbel" abzutreten. Breuer kommt der Bitte nach, um der Firma aus einer misslichen Lage zu helfen. Seine neu entstehenden Designs aber werden nun von Thonet produziert. 1929 schließlich wird "Standard Möbel" ganz von Thonet übernommen.
Wenig später gründet Kalman Lengyel die Firma "KA-LE-Möbel". Ein Werbeblatt von 1929 bewirbt die "KA-LE-Möbel" als "die Möbel der Neuzeit mit der Berufung, das Wohnbedürfnis des Kulturmenschen von heute in vollem Maße zu befriedigen." Dieser Anspruch scheint zu halten: Eine Zimmereinrichtung von 1933 präsentiert Kalman Lengyel als einen sehr begabten Designer von Stahlrohr-Möbeln, die die Anregung durch Marcel Breuer verraten.
Nachweisbar ist Kalman Lengyel bis 1933 als Architekt in Berlin. Sein Schicksal während der NS-Diktatur ist ungewiss.