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Lothar Schreyer

Biografien
Lothar Schreyer

*  1886 Blasewitz bei Dresden
† 1966 Hamburg


Lothar Schreyer kommt 1886 in Blasewitz bei Dresden zur Welt. Er studiert Jura und Kunstgeschichte an den Universitäten in Heidelberg, Berlin und Leipzig. 1910 schließt Lother Schreyer sein Studium mit einer Promotion in den Rechtswissenschaften ab. Während seiner Studienzeit setzt er sich mit Fragen des Theaters und der Kunst auseinander, Lothar Schreyer beginnt zu malen. Zwischen 1911 und 1918 ist er Dramaturg und Regieassistent am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.
Ab 1914 arbeitet er mit Herwarth Walden, dem Leiter der Galerie "Der Sturm" in Berlin, zusammen und wird von 1916 bis 1928 Schriftleiter der gleichnamigen Zeitschrift. Gemeinsam mit Walden gründet Lothar Schreyer 1918 die "Sturm-Bühne". Die expressionistische Versuchsbühne wird bald unter dem Namen "Kampf-Bühne" auch in Hamburg bekannt. Es werden Aufführungen der Bühnenwerke "Kreuzigung", "Mann" und "Kindsterben" gezeigt.
1921 wird Lothar Schreyer als Meister an das Bauhaus berufen, wo er die Bühnenwerkstatt leitet. Er verlässt das Bauhaus jedoch bereits zwei Jahre später nach dem Misserfolg seiner Inszenierung "Mondspiel". Das kultisch-religiöse Spiel, bei dem die bühnenkünstlerischen Mittel aus den Grundformen, Grundfarben, Grundbewegungen und Grundtönen gebildet werden sollten, hatte bei den Studierenden zu starkem Protest geführt. In den Jahren 1924 bis 1927 ist Schreyer Lehrer und zeitweise auch Leiter der Berliner Kunstschule "Der Weg". Von 1928 bis 1931 hat er die Position des Cheflektors in der Hanseatischen Verlagsanstalt inne.
Bereits seine frühen Werke der 1920er Jahre sind Ausdruck eines kultisch-religiösen Expressionismus, wandeln sich aber bald vom Expressionismus zu einer überindividuellen und sachlichen Formensprache. 1933 konvertiert Lothar Schreyer zum Katholizismus und beschäftigt sich von da an vorwiegend mit Themen der christlichen Kunst. In den dreißiger Jahren beschäftigt er sich mit dem christlichen Mystizismus und mit völkischen Ideen, schließlich mit der nationalsozialistischen Ideologie.
1966 stirbt Lothar Schreyer in Hamburg.