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Max Bill

Biografien
Max Bill

*  1908 Winterthur/Schweiz
† 1994 Berlin


Max Bill gilt als Hauptvertreter und bedeutender Theoretiker der Konkreten Kunst im Allgemeinen und der "Zürcher Schule der Konkreten" im Besonderen. Seine geometrisch-mathematische, gegenstandslose Kunst wurde maßgeblich von den universellen Ideen des Bauhauses geprägt: Nach einem Studium an der Zürcher Kunstgewerbeschule, an die er 1944/45 noch einmal, nun als Lehrer, zurückkehren sollte, lernte der 1908 in Winterthur geborene Max Bill 1927/28 in Dessau unter Albers, Kandinsky, Klee, Moholy-Nagy und Schlemmer. Dieser Aufenthalt wirkte stilbildend auf Max Bills vielfältiges Oeuvre. Besonders deutlich zeigt sich der Einfluss des Bauhauses darüber hinaus in der Mitbegründung und Erbauung der Ulmer Hochschule für Gestaltung (HfG) Anfang der 1950er Jahre, als deren erster Rektor Max Bill zudem fungierte, bis er 1957 wieder nach Zürich übersiedelte.
Neben dem Bauhaus wirkte Max Bills Beschäftigung mit Theo van Doesburgs Gedanken zur Konkreten Kunst als Schrittmacher seiner Entwicklung. Beide Künstler waren außerdem Mitglieder der Vereinigung "Abstraction-Création" (Max Bill von 1932 bis 1936), in den 1930er Jahren eine wichtige Plattform für geometrische Abstraktion und Konkrete Kunst. Auch die von Leo Leuppi geleitete Künstlervereinigung "allianz", der Max Bill 1937 beitrat, verfolgte vergleichbare Ziele.
Die Konkrete Kunst definierte Max Bill, van Doesburgs Ideen fortführend, 1936 als eine Kunstform, die "in ihrer letzten Konsequenz der reine Ausdruck von harmonischem Maß und Gesetz" sei, nicht durch Abstraktion der Wirklichkeit, sondern aus sich selbst heraus geschaffen. Dabei sind ihre universalen Darstellungsmittel Farbe, Raum, Bewegung und Licht. Diese Idee fixierte Max Bill in wirkungsvollen und weitreichenden theoretischen Texten und setzte sie umfassend in die Tat um: Max Bill wirkte als Maler und Graphiker, als begabter Plastiker (Einflächen-, Säulen- und Kugelskulpturen) und Architekt (etwa HfG Ulm oder "Kino Cinévox" in Neuhausen, 1957), als Produktdesigner (Uhren für Junghans, "Ulmer Hocker"), als Typograph und Publizist.
Max Bill sind seine Werke in allen Gattungen Ideen eines neuartigen, stimmigeren Zusammenspiels: Kompositionen, die auf hergebrachten Grundformen basieren, die aber einer neuen, variablen Ordnung unterworfen sind. Exemplarisch zeigt sich dieses Ansinnen etwa in den "Quinze variations sur un même thème" (1935-1938), einem lithographischen Mappenwerk mit 16 geometrischen Variationen.
Eine wesentliche Grundlage des artistischen Konzeptes von Max Bill war die Mathematik: In "Die mathematische Denkweise in der Kunst unserer Zeit", einem Aufsatz aus dem Jahr 1949, baut Max Bill auf Ideen Georges Vantongerloos auf und handelt von der Idee, Kunst aus mathematischen Gedankenkonzepten erstehen zu lassen. Das auf einem Möbiusband basierende Skulpturenkonzept "Die unendliche Schleife", über Jahrzehnte in vielfachen Variationen umgesetzt, zeigt diesen mathematischen Bezug exemplarisch.
Max Bill prägte die Konkrete Kunst sowohl vor als auch nach dem Zweiten Weltkrieg längst nicht nur in der Schweiz, sondern auch international. Die Wertschätzung seiner Arbeit zeigt etwa seine Berufung an die Hamburger Hochschule für Bildende Künste, wo Max Bill von 1967 bis 1974 als Gastprofessor für Umweltgestaltung dozierte; daneben bezeugen schier unzählige Ehrungen und Ausstellungen die exponierte Stellung Max Bills in der Geschichte der modernen Kunst. Max Bill verstarb 1994 in Berlin.

Vgl.: Max Bill. Retrospektive. Skulpturen, Gemälde, Graphik 1928-1987, Kat. Ausst. Schirn Kunsthalle Frankfurt, Stuttgart 1987.


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