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Niki de Saint Phalle

Biografien
Niki de Saint Phalle

*  1930 Neuilly-sur-Seine
† 2002 San Diego/Kalifornien


Die französisch-schweizerische Künstlerin Niki de Saint Phalle (eigentlich Cathérine Marie-Agnès Fal de Saint-Phalle) wird am 29.10.1930 in Neuilly-sur-Seine geboren. Sie wächst in den USA auf, 1936-1945 besucht Niki de Saint Phalle die Klosterschule Sacré-Coeur in New York. Mit achtzehn Jahren heiratet sie den amerikanischen Schriftsteller Harry Matthews, mit ihm hat sie zwei Kinder, lässt sich aber nach einem psychischen Zusammenbruch von ihm scheiden. Um 1951 kehrt sie nach Frankreich zurück und lebt in Paris. Hier lernt sie um 1955 den Objektkünstler Jean Tinguely kennen und kommt in Kontakt zu der Künstlergruppe des "Nouveau Réalisme", u.a. Arman, César, François Dufrêne, Raymond Hains, Yves Klein, Martial Raysse, Mimmo Rotella, Daniel Spoerri und Villeglé, später auch Gérard Deschamps sowie Christo.
Ab 1953 entstehen Niki de Saint Phalles erste eigene künstlerische Arbeiten, in denen die Autodidaktin in einer Art Selbsttherapie psychische Probleme verarbeitet. Um 1955 entsteht die Idee zu den "Schießbildern", mit denen Niki de Saint Phalle erstmals Aufsehen erregt: Auf eine mit Spachtelmasse reliefartig strukturierte und mit Farbbeuteln präparierte Leinwand schießt Niki de Saint Phalle mit einem Gewehr, wodurch die Farbbeutel zerplatzen und sich die Farbe über das Bild ergießt. "1961 schoss ich auf Papa, alle Männer, bedeutende Männer, dicke Männer, Männer, meinen Bruder, die Gesellschaft, die Kirche, den Konvent, die Schule, meine Familie, meine Mutter ...".
Ab 1960 lebt Niki de Saint Phalle mit Jean Tinguely zusammen, sie heiraten 1971. Ab 1964 setzt sich Niki de Saint Phalle auf ihre Weise mit der Rolle der Frau auseinander und es entstehen die drallen und bunten "Nana"-Figuren. Diese bestehen zunächst aus Wolle, Garn, Pappmaché über Drahtgerüsten, später aus Polyester und sind in knalligbunten Farben und Mustern bemalt. 1966 baut sie für das Moderna Museet in Stockholm eine 29 Meter lange, liegende Nana, in die die Museums-Besucher durch die Vagina hineingehen können.
1968 werden ihre "Nanas" erstmals auf einer Ausstellung im Museum of Modern Art in New York gezeigt, zahlreiche weitere Ausstellungen folgen. 1979 beginnt Niki de Saint Phalle mit dem "Tarot-Garten" im toskanischen Capalbio – ein weitläufiger Garten, der vollständig mit bunten und phantasievollen Figuren, Nanas, verwunschenen Grotten und poetischen Wandmosaiken gestaltet ist. 1982 arbeitet sie gemeinsam mit Jean Tinguely am "Strawinski-Brunnen" vor dem Centre Pompidou in Paris.
Durch die jahrelange Arbeit mit Polyester, Kunstharz, Staub und giftigen Dämpfen erkrankt die Künstlerin schwer an den Atemwegen. Sie zieht sich 1994 auf ärztlichen Rat in das milde Klima von San Diego in Kalifornien zurück. Dort arbeitet sie an ihrer letzten großen Werkserie und spielerischen Hommage an Jean Tinguelys bewegliche Skulpturen, den "Explodierenden Bildern".
Niki de Saint Phalle stirbt am 21.5.2002 in San Diego.


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