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Peter Keler

Biografien
Peter Keler

*  1898 Kiel
† 1982 Weimar


Peter Keler, geboren 1898 in Kiel, ist ein überaus vielfältiger Künstler aus der Schülergeneration des Bauhauses, der als Maler, Möbeldesigner, Grafiker, Architekt und Raumgestalter wirkt.
Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist Peter Keler Volontär für dekorative Malerei an der Fachschule für angewandte Malerei in seiner Geburtsstadt, 1917 wird er zum Kriegsdienst eingezogen. Nach Kriegsende beginnt Peter Keler, erneut als Volontär, an der Kieler Kunstschule neben der Malerei nun auch die Tischlerei zu erlernen. 1921 folgt die Einschreibung am Weimarer Bauhaus, wo Peter Keler nach dem Vorkurs bei Johannes Itten unter anderem Wandmalerei bei Schlemmer und Kandinsky belegt. Das Erlernte kann er bei der Ausgestaltung der Büroetage des Faguswerks in Alfeld an der Leine (Walter Gropius) in die Tat umsetzen. Für die große Bauhausausstellung von 1923 schafft Peter Keler auch erste Möbelentwürfe, darunter seine berühmteste Arbeit, eine aus geometrischen Körpern zusammengefügte, in den Grundfarben kolorierte Kinderwiege (1922 entworfen). Dieses Werk, das aus blauem Kreis, gelbem Dreieck und rotem Rechteck addiert ist, bezeugt den enormen Einfluss, den die Farbtheorie des Lehrers Wassily Kandinsky auf Peter Keler ausübt. Zu den wichtigen Möbeln der Bauhausjahre Peter Kelers rechnet ferner der "Rote Kubus", ein strenger, auch unter der Bezeichnung "D 1" bekannter Sessel aus dem Jahr 1925. Dieser wird, ebenso wie seine Varianten "D 1/2" und "D 1/3" und die genannte "Bauhaus-Wiege", von der Firma "Tecta" aus Lauenförde in jüngerer Zeit wieder produziert.
Auch erste architektonische Ideen formen sich während der Bauhausjahre, die Peter Keler, mittlerweile zum Etatgesellen bei Kandinsky aufgestiegen, zeitgleich mit dem Umzug des Bauhauses nach Dessau 1925 beendet. Ab 1925 führt Peter Keler in Weimar ein Atelier für Werbegrafik, angewandte Malerei und Innenarchitektur; zudem beschäftigt er sich mit der Fertigung von Modellen für typisierte Sitzmöbel. Letztere gehen ab 1930 bei Albert Walde in Waldheim in Produktion. Nach einer langen Studienreise durch Europa wirkt Peter Keler ab 1937 als freischaffender Architekt, wird jedoch bis Kriegsende mit Ausstellungsverbot belegt.
1945 nimmt er eine Lehrstelle an der Hochschule für Architektur und bildende Künste in Weimar an, zwei Jahre später folgt der Ruf an die Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar, wo Peter Keler über Ausstellungs- und Museumsgestaltung sowie über Innenarchitektur doziert.
In den Jahren nach seiner Emeritierung 1963 widmet sich Keler vermehrt der Malerei, wobei er seiner Bauhaus-Schulung mit malerisch-dekorativen Farbflächenkompositionen treffenden Ausdruck verleiht. Das malerische Werk Peter Kelers wird 1978 auf einer Ausstellung der Galerie am Hansering in Halle geehrt. 1982 verstirbt Peter Keler in Weimar.