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Pierre Bonnard

Biografien
Pierre Bonnard

*  1867 Fontenay-aux-Roses
† 1947 Le Cannet/Cannes


Schon während des Jurastudiums, das er 1885 aufnimmt, schreibt sich Pierre Bonnard an der Académie Julian in Paris ein. Dort lernt er Paul Sérusier und Maurice Denis kennen, Mitbegründer der 1888 ins Leben gerufenen Künstlergruppe "Nabis", der "Erleuchteten", der sich auch Bonnard anschließt. 1889 wird er in die Ecole des Beaux-Art aufgenommen, wo er auf Edouard Vuillard trifft. Gemeinsam studieren sie u.a. Werke von Van Gogh, Paul Cézanne und Claude Monet, ihre große Bewunderung gilt jedoch Paul Gauguin. Im "Salon des Indépendants" von 1891 ist Bonnard zum ersten Mal mit fünf Gemälden vertreten. Er beginnt, sich mit Druckgrafik zu beschäftigen und entwirft das Plakat "France-Champagne". Aufgrund des großen Erfolgs dieser Arbeit gibt er die juristische Laufbahn auf und widmet sich ganz seiner künstlerischen Tätigkeit: 1889-1902 entstehen etwa 250 Lithografien für Plakate, Wand- und Theaterdekorationen sowie Illustrationen, u.a. für die Zeitschrift "Revue Blanche". 1896 findet seine erste Einzelausstellung in der Pariser Galerie Durand-Ruel statt. Die Erfahrungen in der Gebrauchsgrafik beeinflussen auch seine Malerei. Neben der Ökonomie der Farbe erhält die Linie eine besondere Dynamik - sie wird zum Träger nicht nur der Bewegung, sondern auch des seelischen Ausdrucks. Seine Motive findet Bonnard zunächst in der Großstadt Paris: kleine, momenthafte Alltagsszenen, aus oft ungewöhnlichem Blickwinkel dargestellt. Um die Jahrhundertwende beginnt er, sich von den Elementen des Jugendstils und des Symbolismus zu lösen, die früher zurückhaltende Farbigkeit weicht einer hellen, farbigen Palette, die Stadtszenen werden immer mehr von pastoralen, idyllischen Szenen sowie Akten und Interieurs abgelöst. 1900 stellt Bonnard zum ersten Mal mit den "Nabis" in der Galerie Bernheim-Jeune aus. In den folgenden Jahren unternimmt er Reisen nach England, Belgien, Holland, Spanien und Italien, meist mit seinem Freund Vuillard, mit dem er auch 1913 auf Einladung Alfred Lichtwarks nach Hamburg fährt. In den zwanziger Jahren entwickelt Bonnard seinen reifen künstlerischen Stil, dessen ungewöhnlich komplizierte Kompositionen und delikat-raffinierte Farbigkeit das Etikett "Nachimpressionismus" weit hinter sich lassen. Sein Leben verläuft nun in ruhigeren Bahnen: 1925 heiratet er und findet ein Jahr später im südfranzösischen Le Cannet seinen ständigen Wohnsitz. Größere Ausstellungen folgen 1932 im Kunsthaus Zürich, 1934 in der Galerie Wildenstein New York. Ehrungen und Auszeichnungen begleiten ein der Malerei gewidmetes Leben, das am 23. Januar 1947 endet.