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Raimund Girke

Biografien
Raimund Girke

*  1930 Heinzendorf/Schlesien
† 2002 Köln


Von 1951-52 studiert Girke an der Werkkunstschule Hannover und besucht anschließend bis 1956 die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf. Den dort vorherrschenden Formengestus des Informel empfindet er als zu subjektiv und pathetisch, so dass er seit Mitte der 1950er Jahre kontinuierlich eine eigenständige, formal reduzierte Malerei entwickelt. Der rasche Erfolg Girkes zeigt sich 1959 in der Verleihung des Preises der Stadt Wolfsburg für Malerei und des Kunstpreises der Jugend in Stuttgart von 1962. Von 1966 bis 1971 lehrt er an der Werkkunstschule in Hannover, bevor er einem Ruf an die Hochschule der Künste in Berlin folgt. In den 1960er Jahren entwickelt er seine Malerei weiter und beschränkt auch die Farbskala. Die frühen Gliederungsprinzipien der Malfläche wie parallele Farbschichtungen in individueller Malspur und gitterartige, serielle Strukturen werden prägend für sein gesamtes Œuvre. In den 1970er Jahren erhebt Raimund Girke die Forderung der totalen Reizüberflutung "die stillen, reduzierten Sachen gegenüberzustellen und den Betrachter wieder zu einer Konzentration zu führen". Eine fast monochrom-weiße Bildgestaltung mit feinsten Differenzierungen in Farbe und Helligkeit ist in dieser Zeit dominierend und erfährt 1977 ihre reinste Ausprägung in den Bildern für die documenta VI. Die Farbe Weiß wird für Girke die "Königin der Farben". In den 1980er und 1990er Jahren erweitert sich seine Farbpalette hauptsächlich um verschiedene Grauabstufungen, das gestische Moment der Pinselschrift verstärkt sich erneut. Der persönliche Duktus wird in Girkes seriellen, strukturellen Ordnungen nahezu aufgehoben und doch sind seine Werke geprägt von einer Spannung zwischen Nüchternheit und Emotion. Girkes Kunst spielt eine fundamentale Rolle für die Malerei seit den 1980er Jahren in Deutschland. 1995 erhält der Künstler den Lovis-Corinth-Preis. Raimund Girke lebt und arbeitet bis zu seinem Tod 2002 in Köln und Berlin.


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