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Richard Müller

Biografien
Richard Müller

*  1874 Tschirnitz/Böhmen
† 1954 Dresden-Loschwitz


Phantastische, häufig surreal anmutende Bilderwelten voll ungewöhnlicher Begegnungen verschiedener Gestalten zwischen Wunschtraum und Wirklichkeit, Naturnähe und Absurdität, Anekdote und Alptraum begegnen dem Betracher, wenn er sich mit dem Werk Richard Müllers beschäftigt. Vorbilden von der Antike bis zu Klinger vepflichtet sich der Künstler dabei in einer vor allem in seiner Malerei von geradezu almeisterlichen Akribie zeugenden Darstellungsweise, ohne dabei allerdings seine unverkennbaren Eigenart zu verlieren. Wenn nämlich gerade dieser zum Teil minutiös realistisch gehandhabte Stil kombiniert wird mit einer äußerst phantasievollen, surreal verfremdeten Thematik, ergibt sich eine spannende Wechselbeziehung mit völlig neuer Wirkung und Assoziationsmöglichkeiten. - Richard Müller stammt aus Tschirnitz bei Carlsbad. Er besucht die Schule seines Heimatortes und wird dann in der Schule der Königlich Sächsischen Porzellanmanufaktur in Meißen aufgenommen. 1890, ein Jahr später, geht er an die Akademie in Dresden und studiert dort für weitere zwei Jahre. Mit einer bereits sehr eigenen Kunstauffassung verläßt er die Akademie mit 19 Jahren und beteiligt sich schon im darauffolgenden Jahr mit Landschaften und Tierstudien an einer Ausstellung der Dresdner Sezession. Als Müller 1895 Max Klinger begegnet, regt ihn dieser zum Radieren an. Das erfolgreiche Ergebnis wird 1897 mit dem Großen Rompreis für Graphik bedacht. Ernst Seeger und Fritz Gurlitt veröffentlichen die ersten Blätter in einer Radiermappe. 1898 folgt die "Große Goldene Medaille", die dem Künstler für das Gemälde "Barmherzige Schwestern" verliehen wird. Mit einer Kriegsunterbrechung ist Müller von 19oo bis 1935 an der Dresdner Akademie tätig. Bei ihm studieren unter anderem Otto Dix und Georges Grosz. Der Bilderkosmos Richard Müllers wirkt aber auch für spätere Künstler formal und inhaltlich anregend. So läßt sich beispielsweise Horst Janssen von Müller inspirieren und integriert dessen Themen wie das "Wunder der Dressur"in eigene Arbeiten wie z. B. in die Radierung "Langenhorner Schuß" von 1964. Richard Müller stirbt 1954 in Dresden-Loschwitz.