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Werner Scholz

Biografien
Werner Scholz

*  1898 Berlin
† 1982 Schwaz/Tirol


Am 23. Oktober 1898 wird Werner Scholz als Sohn des Architekten Ehrenfried Scholz, einem Schüler von Martin Gropius, in Berlin geboren. Die Erlebnisse des Ersten Weltkriegs und das soziale Elend der Großstadt prägen seine frühen Arbeiten. 1920 verlässt er nach einem Malereistudium die Berliner Hochschule für Bildende Künste und bezieht ein eigenes Atelier. Sein Interesse gilt den "Brücke"-Malern, Emil Nolde verhilft ihm zu einer Ausstellung im Märkischen Museum Witten. Die erste Einzelausstellung findet 1925 in der Berliner Buch- und Kunsthandlung von Ferdinand Ostertag statt. Um 1927 entstehen sozial engagierte Ölbilder mit Motiven des Großstadtmilieus. Es folgt eine Reihe von Triptychen, von denen jedoch ein Großteil verschollen ist. 1930 erwerben die Nationalgalerie Berlin und das Wallraf-Richartz Museum in Köln Arbeiten des Künstlers. Ab 1933 werden öffentliche Ausstellungen durch die Nationalsozialisten erschwert oder verhindert, 1937 erhält Scholz Ausstellungsverbot. Als das Berliner Atelier 1944 durch Bomben zerstört wird, übersiedelt er nach Alpbach in Tirol. Dort entstehen Pastellzyklen, darunter "Apokalypse", "Altes Testament" und mehrere Zyklen zur Griechischen Mythologie. Nach 1946 werden seine Arbeiten wieder in Deutschland gezeigt. Den Weg, den Scholz in den 1920er Jahren künstlerisch beschritten hat, verfolgt er konstant weiter: Seine malerische Sprache, die im deutschen Expressionismus wurzelt, findet in einem dunklen Kolorit einen ernsten und oft melancholischen Unterton. 1954/55 malt er im Auftrag von Krupp das "Stahl-Triptychon", dem noch zahlreiche Motive aus der Industriewelt des Ruhrgebiets folgen. Ab 1957 entstehen großformatige Landschaftsbilder als Ergebnis häufiger Reisen durch Südtirol und Norditalien. Seine letzten Bilder - Menschen, Akte und Landschaften - entstehen 1978 im Atelierraum eines ehemaligen Klosters in Rott, nahe Wasserburg am Inn.