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Adam Elsheimer

Biografien
Adam Elsheimer

*  1578 Frankfurt am Main
† 1610 Rom


Der zu den Hauptmeistern der frühen deutschen Barockmalerei zählende Adam Elsheimer wird als Sohn eines Schneiders in Frankfurt geboren. Er lernt zunächst bei Philipp Uffenbach in Frankfurt, bevor es ihn nach Italien zieht. In Venedig arbeitet er im Atelier des deutschen Malers Hans Rottenhammer und studiert die Werke Tintorettos. Die venezianischen Erfahrungen und Anregungen schlagen sich in seinen frühen Werken nieder. Um 1600 erreicht Elsheimer schließlich Rom. Hier schließt er sich den niederländischen Landschaftsmalern und den Caravaggisten an, ist mit dem jungen Rubens und Paul Bril befreundet und arbeitet mit Gentileschi u.a. zusammen. Elsheimers durchweg kleinformatige Kompositionen sind vorwiegend auf Kupfertafeln gemalt. Auf Katastrophendarstellungen sowie Waldlandschaften im Stile der flämischen Frankenthaler Schule folgen Figurenbilder religiöser, später auch mythologischer Thematik, in denen Elsheimer über den Manierismus hinweg auf die venezianische Hochrenaissance zurückgreift. Seit 1604/05 entstehen unter dem Einfluss von A. Carracci Ideallandschaften nach Motiven aus der Campagna, die für die klassische Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts vorbildlich werden. Seine poetischen Visionen der Landschaft, idealisiert und romantisch verklärt, sind von einem nahezu wissenschaftlichen Studium der Natur geprägt. Häufig wird das Abend- oder ein kühles Mondlicht gezeigt, während er bei den Figurenbildern die harten Effekte künstlicher Lichtquellen bevorzugt. Seine sensible, freie Behandlung des Lichts in seinen Nachtstücken macht ihn bereits zu Lebzeiten berühmt. Elsheimers Malereien werden schon zu Lebzeiten kopiert und in Kupfer gestochen. Auch sein Gönner und Nachahmer Hendrick Goudt fertigt Stiche von seinen Bildern an, die weite Verbreitung finden. Elsheimer stirbt schon im Alter von 32 Jahren und hinterlässt ein verhältnismäßig kleines Oeuvre, das jedoch eine Schlüsselposition in der Entwicklung der Landschaftsmalerei einnimmt und weitreichenden Einfluss auf Rubens, Rembrandt und Claude Lorrain ausübt. Zu seinen Hauptwerken zählen u.a. die kleinformatigen Gemälde "Die Heilige Familie mit dem Johannisknaben und Engeln" (um 1599), "Der hl. Paulus auf Malta" (um 1600), "Die Sintflut" (nach 1600), "Die Verherrlichung des Kreuzes" (um 1607) und "Die Flucht nach Ägypten" (1609).