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Adolphe-Eugène Disdéri

Biografien
Adolphe-Eugène Disdéri

*  1819 Paris
† 1889 Paris


Der Franzose André Adolphe-Eugène Disdéri, Erfinder der "Carte de Visite", gilt als einer der wichtigsten Porträtfotografen des 19. Jahrhunderts.
Der 1819 in Paris geborene Adolphe-Eugène Disdéri hatte Malerei studiert und sich danach als Schauspieler in einer Theatertruppe verdingt. Sein erstes Fotostudio gründete er 1847 in Brest, 1851 eröffnete er ein Studio für Kunstfotografie.

Ein wichtiges Jahr war 1854 für André Adolphe-Eugène Disdéri: Er eröffnete eines der größten Studios in Paris, entwickelte die "Carte de Visite" und ließ sich das Verfahren patentieren. Es handelt sich dabei, angelehnt an die Name und Anschrift tragende Visitenkarte, um Porträts auf dem Standardformat von 5,5 x 9 cm, die auf Karton aufgezogen wurden und als Sammlerstücke, Tauschobjekte und Geschenke im Familien- und Freundeskreis bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein gebräuchlich waren. Um Bildnisse in diesem Format herstellen zu können, entwickelte André Adolphe-Eugène Disdéri eine Spezialkamera mit vier Objektiven und verschiebbarer Platte, so dass insgesamt acht Belichtungen vorgenommen werden konnten und somit pro Platte acht "Carte de Visite"-Porträts entstanden, die im Abzug zerteilt und auf Karton aufgezogen wurden.

Trotz des ersten Erfolgs musste André Adolphe-Eugène Disdéri schon 1856 Konkurs anmelden und das Studio verkaufen, erst 1859/1860 trat seine "Carte de Vistite" ihren großen Siegeszug an und bescherte André Adolphe-Eugène Disdéri einen späten Triumph. Adolphe-Eugène Disdéri hat neben der Carte de Visite-Fotografie verschiedene Serien herausgegeben, so die "Jeux d'enfance" (1853), die Serie über Schloss Versailles (1858), eine fotografische Folge berühmter Zeitgenossen in den 1860er Jahren und 1870/1871 eine Dokumentation von den Pariser Kommunarden zerstörter Gebäude, außerdem hatte er ein Studio für Pferdefotografie eröffnet. Trotz dieser Umtriebigkeit und verschiedener Anläufe war André Adolphe-Eugène Disdéris Karriere jedoch nicht von dauerhaftem Erfolg begleitet; 1889 verstarb er, blind, taub und mittellos, in Paris.

Heute sind die Fotografien von André Adolphe-Eugène Disdéri zu beliebten Sammlerstücken geworden, die in bedeutenden internationalen Museen verwahrt werden, darunter das J. Paul Getty Museum in Los Angeles, das Musée d'Orsay in Paris, die National Galleries of Scotland in Edinburgh oder das Haus der Kunst in München.