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Adriaen Brouwer

Biografien
Adriaen Brouwer

*  1605 Oudenaerde
† 1638 Antwerpen


Adriaen Brouwer, der große Meister in der "kleinen Gattung" des Bauerngenres, kommt im Jahr 1605 oder 1606 wahrscheinlich im flämischen Oudenaerde zur Welt. Nachweisbar ist er als junger Mann im benachbarten Holland (1626 und 1627, Haarlem und Amsterdam). Ob Adriaen Brouwer aber tatsächlich bei Frans Hals lernt, wie Houbraken erzählt, bleibt fraglich.
In den beginnenden 1630er Jahren ist Adriaen Brouwer wieder zurück in den südlichen Provinzen der Niederlande, denn 1631/32 führt ihn die Lucas-Gilde der Maler von Antwerpen als Freimeister. Hier scheint Adriaen Brouwer auch zu bleiben, denn fortan wird er urkundlich häufig in Antwerpen erwähnt. Da es dabei recht oft um seine Schulden geht und zudem für das Jahr 1632 ein Gefängnisaufenthalt belegt ist, wird Adriaen Brouwer, der jung verstirbt, zu einem legendenumrankten Künstler. Noch die ältere Kunstgeschichtsschreibung neigt dazu, ihm die Eigenschaften seiner bevorzugten Bildmotive - rauchende, trinkende, kartenspielende Bauern in Wirtshäusern - selbst zuzuschreiben.
In Antwerpen bewegt sich Adriaen Brouwer aber offenbar eher in Künstler- als in Bauernkreisen: belegbar ist, dass Adriaen Brouwer mit dem Kupferstecher Paulus Pontius bekannt ist, offenbar so gut, dass er 1634 sogar bei ihm lebt. Auch mit Jan Davidsz. de Heem und Jan Lievens steht Adriaen Brouwer in bezeugtem Kontakt. Von großer Wertschätzung des Bauernmalers in Künstlerkreisen kündet auch, dass Adriaen Brouwers Zeitgenosse Peter Paul Rubens nicht weniger als 17 seiner Gemälde besitzt.
Möglicherweise leitet Adriaen Brouwer auch eine Werkstatt. Ein Jan Dandoy soll sein Schüler sein, vielleicht auch Joos van Craesbeeck. Jedenfalls übt das Oeuvre des Adriaen Brouwer einigen Einfluss auf die Künstler seiner Zeit aus, unter ihnen Adriaen van Ostade, David Teniers d.J., David Rijkaert III, Gillis van Tilborgh sowie Pieter de Bloot.
Die malerischen Werke des Adriaen Brouwer, kleinformatige Ölmalereien mit Bauernszenen und Landschaften, sind durch oft fehlende Signaturen und Datierungen sowie zahlreiche Kopien nicht immer eindeutig fassbar zu machen und schwer zu chronologisieren. Frühe Gemälde weisen kraftvolles Lokalkolorit auf, wie es in den 1920er Jahren auch in Haarlem üblich war. Im Laufe seiner künstlerischen Entwicklung dämpft Adriaen Brouwer die Lokalfarben und wird zu einem äußerst subtilen Koloristen. Bilder mit blauem oder blau-grünlichem Grundton entstehen in den 1630er Jahren, ihnen folgen brauntonige Malereien. Stets beleben kraftvolle Akzente die Tonigkeit. Auch ist nun eine deutliche psychologische Durchdringung der Mimik zu beobachten, die von der Genredarstellung fort- und zur Affektdarstellung hinführt.
Bedeutend ist Adriaen Brouwer auch als Handzeichner von spontanem Zugriff. Sogar Rembrandt besitzt - im Übrigen neben sieben Gemälden - zwei seiner zeichnerischen Arbeiten. Zuschreibungen sind allerdings selten eindeutig, und auch Egbert van Heemskerck und Philips Koninck pflegen einen ähnlichen Zeichenstil.
1638 verstirbt Adriaen Brouwer, noch jung, in Antwerpen.