Ketterer Kunst Logo

Detailsuche

Das internationale Auktionshaus für den Kauf und Verkauf von
Alain Rene Lesage

Biografien
Alain Rene Lesage

*  1668 Sarzeau
† 1747 Boulogne-sur-Mer


Alain René Lesage ist ein französischer Schriftsteller und wird am 13. Dezember 1668 in Sarzeau (Morbihan) geboren. Alain René Lesages Familie entstammt dem mittleren Beamtentum. Mit vierzehn Jahren wird Alain René Lesage Waise, er wird von seinem Vormund im Jesuitenkolleg von Vannes untergebracht.
In Paris im Jahr 1690 beginnt Alain René Lesage juristische Studien, die er jedoch aus finanziellen Gründen abbricht. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich ab 1695 mit literarischen Gelegenheitsarbeiten, u.a. Adaptationen spanischer Romane und Theaterstücken. Alain René Lesage richtet seine Arbeit nach dem Geschmack des Publikums aus und ist einer der ersten französischen Autoren, der von seiner Tätigkeit als Berufsschreiber in dieser Zeit leben kann.
Seine bekanntesten Adaptationen zeugen von seiner Kenntnis der spanischen Literatur, die ihm wahrscheinlich von seinem Gönner, dem Abbé de Lyonne, nahegebracht werden.
Alain René Lesage veröffentlicht im Jahr 1704 neue Abenteuer des Don Quichotte und im Jahr 1707 den „Diable boiteux“ sowie die französische Fassung der Novelle Velez de Guevaras „El diabolo cojuelo“.
Mit Gil Blas schafft Alain René Lesage einen picaresken Helden, der sich vom spanischen Vorbild entfernt und erstmals die Komponente des sozialen Aufstiegs des typenhaften Dieners enthält. Insgesamt entstehen vier Bände des „Gil Blas de Santillane“, sie entstehen in den Jahren 1715-1735 und beinhalten neben den üblichen Abenteuerketten auch die Kritik an der Hochfinanz und an der Willkür der Mächtigen. Im Gegensatz zu der »revolutionären« Dienerfigur des Beaumarchaisschen Figaro bleiben die Attacken des Gil Blas rein egoistische Klagen eines Parvenu. Der dritte Band entsteht im Jahr 1724, der Diener selbst wird zum Herren und im vierten Band, der im Jahr 1735 entsteht, sichert der Held durch die Heirat mit einer Adeligen seine neue soziale Position.
Alain René Lesages Theaterstücke folgen der Tradition Molières im Sinne einer satirisch-kritischen Komödie, die das Lachen als soziales Korrektiv bewusst einkalkuliert. Lesage´s bekanntesten Stücke „Crispin rival de son maître“ entstehen im Jahr 1707 und „Turcaret“ im Jahr 1709. Sie zeugen von der Krise der klassischen Komödie und der Suche nach neuen dramatischen Formen und Inhalten. Mit seinem Werk „Théâtre de la Foire ou l`Opéra Comique“, vollendet in den Jahren 1721 – 1737, zeigt Alain René Lesage eine Möglichkeit eines Neuanfangs auf. Die mit verschiedenen Darbietungen angefüllten Stücke, vor allem Chansons, die vom Publikum auf- und angenommen werden, nimmt durch den intensiven Einsatz der Theatermaschinerie die Gestalt von Spektakeln an. Somit leistet sein Gesamtwerk einen wichtigen Beitrag zur französischen Theatertradition der Opéra-comique (volkstümlich-operettenhafte Komödien).
Am 17. November 1747 stirbt der Schriftsteller Alain René Lesage in Boulonge-sur-Mer.