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Alan Davie



1920 Grangemouth


Alan Davie studiert 1937-41 am College of Art in Edinburgh und erlernt neben der Malerei das Silberschmiedehandwerk. Der junge Künstler befasst sich mit exotischer Kunst, spielt mehrere Instrumente, entdeckt bald seine Liebe zum Jazz und schließt sich als Saxophonist der Jazzband Cam Robbie an. Während seiner Dienstzeit im 2. Weltkrieg verfasst der vielseitig interessierte Davie angeregt von der Lektüre James Joyce eigene Gedichte. Zurück in London sind es vor allem die dort ausgestellten Werke Paul Klees und Pablo Picassos, die den Künstler nachhaltig beeindrucken und zu ersten Kontakten mit der modernen englischen Malerei führen. Ausgehend von der Bildsprache Paul Klees knüpft er mit seiner farbenreichen abstrakt-expressiven Malerei an die Tradition der modernen schottischen Kunst zu Beginn des Jahrhunderts an. Nach seiner Heirat mit der Künstlerin Janet Gaul gibt Davie die Malerei für kurze Zeit zu Gunsten der Jazzmusik auf. 1948 kommt es in Venedig zur Begegnung mit Peggy Guggenheim. Sie macht Davie mit den frühen Werken des amerikanischen Abstrakten Expressionismus bekannt und er beginnt vor allem unter dem Eindruck der Bilder von Jackson Pollock erneut zu malen. "Music for a Pagan Dance" (1949) entsteht, in dem sich Davie erstmals dieses neuen abstrakten "all-over" Malstils bedient. Bildfülle und eine halbautomatische Arbeitsweise werden nun zu den Charakteristika seiner Kunst. Mit dem Ankauf eines seiner Werke von Peggy Guggenheim wird Davie auf seinem künstlerischen Weg bestätigt. 1950 erhält Davie in London seine erste Einzelaustellung. 1956 reist er nach New York. Angeregt durch sein Interesse an primitiver Kunst wird sein Malstil nun zunehmend durch einen kräftigen Gestus bestimmt, in "Footprint Image" kombiniert er heftige Pinselstriche mit den eigenen Fußspuren. Die Malaktion gewinnt an Bedeutung und Davie versucht durch hastiges Arbeiten auf dem Fußboden, mit der Einbindung von Abfallstücken, durch das Tropfenlassen der Farbe und das Umdrehen der Bilder den konventionellen bildnerischen Verfahren entgegenzuwirken. In den 1960er Jahren vollzieht sich ein Stilwandel vom "all-over" zu verstärkt durch die Umrisslinie bestimmten Kompositionen mit realen und fiktiven Zeichen. Die Musik, der er sich seit den 1970er Jahren wieder vermehrt widmet, bleibt eine Konstante in Davies Leben und so bringt er mit der Tony Oxley Group 1971 seine erste Schallplatte heraus, der viele Konzerte folgen. Seine von Spontanität und Improvisation geprägte Kunst wird seit den 1940er Jahren in zahlreichen Werkschauen präsentiert und ist heute fester Bestandteil der großen internationalen Sammlungen.

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