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Amedeo Modigliani

Modigliani

1884 Livorno
1920 Paris

Der italienische Maler und Bildhauer Amedeo Modigliani wird 1884 als Sohn einer gut situierten, großbürgerlichen Familie in Livorno geboren. In seiner Jugend beschäftigt er sich mit der ihn umgebenden Kunst der Renaissance und der Antike. 1898-1900 nimmt er bei Guglielmo Micheli Zeichen- und Malunterricht. 1902 hat Modigliani in Florenz gemeinsam mit Oscar Ghilia ein eigenes Atelier und besucht die freie Aktschule. 1903 wechselt Modigliani an die Akademie in Venedig, er beschäftigt sich sowohl mit den Werken der Alten Meister wie auch mit den internationalen zeitgenössischen Kunstströmungen.
1906 geht Amedeo Modigliani nach Paris, wo er die Freie Akademie Colarossi besucht. Dort lernt er 1907 den Arzt Paul Alexandre kennen, der sein erster Förderer wird, Gemälde und Zeichnungen von ihm erwirbt und ihm erste Aufträge verschafft. 1907 nimmt Modigliani mit einigen Werken an der Ausstellung im "Salon d'Automne" teil, ebenso 1908 im "Salon des Indépendants". Doch er ist nicht sehr erfolgreich mit seiner Kunst. Die wenigen erhaltenen Werke aus dieser Zeit spiegeln Einflüsse durch die Fauves wider, er orientiert sich an der Kunst von Matisse, Toulouse-Lautrec, Picasso und Cézanne. Durch Paul Alexandre lernt Modigliani auch den Bildhauer Constantin Brancusi kennen, unter dessen Einfluss beschäftigt sich Modigliani in den Jahren bis 1914 fast ausschließlich mit der Bildhauerei. Danach steht wieder die Malerei im Vordergrund. Mit Brancusi verbindet Modigliani eine tiefe Freundschaft, durch ihn lernt er auch afrikanische Plastiken kennen, die in zu seinen ovalen Porträtgesichtern und überlängten Körperformen anregen. Modiglianis Hauptmotive sind der weibliche Akt und das Porträt. Die Gestalten werden wenig modelliert und wirken flächig. Die Gesichter sind dabei oft wie blind, da die Augen nur als einfarbige, meist blaue Farbflächen undefiniert dargestellt sind. Zudem wohnt vielen der Personengemälde eine eigentümliche Melancholie inne.
Heute sind Modiglianis Gemälde in den renommiertesten Museen weltweit zu finden und werden hoch geschätzt - ganz anders als zu seinen Lebzeiten. Am 3. Dezember 1917 findet in der Galerie Berthe Weill die erste Einzelausstellung mit Modiglianis Werken statt - sie wird nach wenigen Stunden geschlossen, da seine Aktdarstellungen einen Skandal hervorrufen. Der künstlerische Erfolg stellt sich erst nach seinem frühren Tod ein. Zeit seines Lebens ist Modiglianis Gesundheitszustand labil, er hat mit der Lungenkrankheit zu kämpfen, dazu kommen Alkoholmissbrauch und die finanziell ungesicherte Lebenssituation. Am 24. Januar 1920 stirbt der 36-Jährige in Paris.

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