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Andrea Mantegna

Biografien
Andrea Mantegna

*  1431 Isola di Cartura
† 1506 Padua


Als 10-jähriger wird Andrea Mantegna 1441 zu dem Paduaner Meister Francesco Squarcione in die Lehre gegeben, der mit seinem antiquarischen Interesse Einfluss auf seinen Schüler ausübt. Die Begegnung mit der Antike und die Auseinandersetzung mit den Florentiner Meistern der Frührenaissance, von denen vor allem P. Uccello und Donantello auf ihn wirken - später dann auch Bellini - stellen die Grundlagen seines Frühwerkes dar. Nach seiner Selbständigkeit 1448 erhält der junge Künstler zusammen mit anderen Malern den Auftrag für die Fresken in der Capella Ovetari der Eremitanikirche zu Padua. Diese Wandmalereien, die er bis 1459 allein vollendet, gelten als reifes Werk der Renaissance. V.a. die Szenen aus dem Leben des heiligen Jacobus zeigen Mantegnas künstlerischen Stil höchst anschaulich. Die Leidenschaft für perspektivische Konstruktionen und die plastische Modellierung der menschlichen Figur verraten den Einfluss Donatellos, als dessen bedeutendster Schüler Mantegna in vieler Hinsicht zu gelten hat. Der ebenfalls in diesen Jahren entstandene Altar für S. Zeno in Verona verwendet erstmals in der oberitalienischen Kunst das Motiv der "conversazione". Die Übersiedlung nach Mantua 1459 führt zu einer Veränderung seines herben Stils, der z.T. zunehmend geschmeidiger und lieblicher wird. 1460 wird Mantegna für fast fünf Jahrzehnte Hofmaler der Gonzaga. Unter den im Auftrage der Gonzaga ausgeführten Werken ragen die 1474 ausgeführten Fresken in der Camera degli Sposi im Palazzo Ducale bedeutsam heraus. Als repräsentatives Gruppenbildnis der Herrscherfamilie veranschaulicht sich hier eine von politischen Zwecken geleitete Verherrlichung ihrer selbst. Gleichzeitig stellen sie den Anfang der neuzeitlichen Raumillusion in der Malerei dar. Für die "Reggia" in Mantua führt Mantegna noch weitere Aufträge aus, u.a. noch die Dekoration der Schloßkapelle (1460-64), Entwürfe für Wandteppiche (1465) und zahlreiche Tafelbilder. Neben der 1495 gemalten "Madonna della Vittoria" entstehen um 1490 die in Grisaille-Malerei ausgeführten neun großen Leinwandbilder "Triumph Cäsars", die ebenfalls als Legitimation ihrer Herrschaft fungieren sollten. Ähnlich allegorisierende Darstellungen sind auch die Gemälde für Isabella d'Este: Parnaß (1497) und "Sieg der Tugenden über die Laster" (1502). Als bedeutendster Maler des Quattrocento übt Mantegnas Werk entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung der oberitalienischen Kunst aus. In seinen parallel zur Malerei entstehenden Kupferstichen (u.a. "Madonna mit Kind", "Grablegung Christi" und "Bacchanal") kommt die Eigenart seiner künstlerischen Bestebungen noch deutlicher als in den Gemälden zum Ausdruck und man kann Andrea Mantegna neben Pollaiuolo zu Recht als Hauptmeister des italienischen Renaissance-Kupferstichs bezeichnen.