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Anne & Patrick Poirier

Biografien
Anne & Patrick Poirier



Das Künstlerehepaar Anne und Patrick Poirier hat im Kontext der "Spurensicherung" mit poetischen Ruinenarrangements weltweite Berühmtheit erlangt.
Anne und Patrick Poirier, beide Jahrgang 1942, sie aus Marseilles, er aus Nantes stammend, hatten sich während ihres gemeinsamen Studiums an der Ecole National Supérieure des Arts Décoratifs in Paris kennen gelernt (1963-1966). Ein Stipendium führte beide 1967 in die römische Villa Medici, wo sie bis 1971 lebten und arbeiteten. Schon 1970 konnten Anne und Patrick Poirier erstmals gemeinsam ihre Arbeiten präsentieren.

1974 waren Anne und Patrick Poirier an einer wegweisenden Ausstellung beteiligt: Die Schau "Spurensicherung" im Kunstverein Hamburg und in der Münchner Städtischen Galerie im Lenbachhaus gab einer ganzen Bewegung den Namen, die sich der künstlerischen Befragung und Dokumentation von wahren und unwahren Begebenheiten verschrieben hat.
Im Falle von Anne und Patrick Poirier waren die "Spuren", die es zu sichern galt, mit archäologischen Ausgrabungsstätten eng verknüpft: Ab 1971 schufen die Beiden Modelle fiktiver Ruinengebiete, die eine poetische Überhöhung erfahren, dadurch gleichsam die Mythen eines "kollektiven Unterbewusstseins" hervorlocken und Sigmund Freuds Analogsetzung von Tiefenpsychologie und Archäologie in Kunst übertragen. Auf einer anderen Ebene ist die Bedrohtheit von Kultur und die Wichtigkeit des gemeinsamen Erinnerns ein Grundzug der Kunst von Anne und Patrick Poirier, die sich selbst als "Archäologen" bezeichnen.
Nicht nur der Aufenthalt in Rom wirkte befruchtend auf diese Themenkonzentration von Anne und Patrick Poirier, auch eine Reise nach Kambodscha, wo die Beiden 1970 die Ruinen buddhistischer Tempel in Angkor besichtigt hatten, kann als Katalysator angenommen werden. Nicht zuletzt werden die jungen Jahre von Anne und Patrick Poirier als bedeutsam für ihr künstlerisches Konzept benannt: Aufgewachsen im weltkriegszerstörten Frankreich, war das Ruinöse ständiger Begleiter der Kindheit beider Künstler.
Neben Installationen und Skulpturen rechnen auch grafische Arbeiten, Aquarelle und Malereien zum vitalen Oeuvre von Anne und Patrick Poirier, das im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffs zu beurteilen ist.
Anne und Patrick Poirier, die an den Biennalen von 1976, 1980 und 1984 sowie an der documenta 6 (1977) teilgenommen hatten, wurden bereits mit zahlreichen Einzelausstellungen geehrt; darunter die Schau im Brooklyn Museum in New York (1984), im Münchner Lenbachhaus (1988) und dem Museum Moderner Kunst in Wien (1994). Werke von Anne und Patrick Poirier befinden sich in zahlreichen renommierten öffentlichen Sammlungen wie dem Centre Pompidou in Paris, dem Museum Ludwig in Köln oder dem SMAK Gent.