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Antoine Pevsner

Biografien
Antoine Pevsner



Antoine Pevsner gilt neben seinem Bruder Naum Gabo als bedeutendster Vertreter und gleichsam als ein Gründungsvater des bildhauerischen Konstruktivismus.
Geboren wurde Antoine Pevsner 1886 im russischen Oryol. Sein Studium der Kunst absolvierte er zwischen 1902 und 1911 an den Akademien von Kiew und St. Petersburg, bevor er nach Paris, in die Hauptstadt der Avantgarde, übersiedelte. Nicht lange ließen die Bekanntschaften mit den Größen der Moderne auf sich warten: Alexander Archipenko, Constantin Brancusi und Amedeo Modigliani rechneten bald zu Antoine Pevsners Freundeskreis. Die vielfältigen Anregungen trugen rasch Früchte, und 1913 schuf der Russe sein erstes abstraktes Werk, dies jedoch keine Skulptur, sondern ein Gemälde in der Technik der Wachsmalerei (Enkaustik).
Nach einer Zeit in Oslo (1915-1917) übersiedelte Antoine Pevsner nach Moskau, wo er mit den Konstruktivisten Kasimir Malewitsch und Wladimir Tatlin zusammenarbeitete und an der bedeutenden Kunstschule VchUTEMAS lehrte. Gemeinsam mit seinem Bruder Naum Gabo veröffentlichte Antoine Pevsner dort 1920 das "Realistische Manifest", welches das auf Raum und Zeit basierende Konzept der konstruktivistischen Skulptur festsetzte und auch die Bedeutung von Flächenkonstrukten anstelle von festen Volumina betonte. Mehrdimensionalität räumlicher Konstruktionen und der bewusste Einsatz der Oxidation des Werkstoffes Metall kennzeichnen das bildhauerische Oeuvre von Antoine Pevsner, das in Teilen bereits zur Kinetik überleitet.
Über einen Zwischenhalt in Deutschland (1921-1923) kehrte Antoine Pevsner nach Paris zurück, wo er sich auch an den Ausstellungen des wegweisenden "Salon des Réalités Nouvelles", in dem er 1946 zum leitenden Mitglied aufsteigen sollte, beteiligte. 1929 / 1930 trat er zudem der nicht minder bedeutenden Gruppe "Cercle et Carré" bei. Antoine Pevsner verstarb 1962 in Paris.
Der zweifache documenta-Teilnehmer Antoine Pevsner (documenta 1 und 2, 1955 und 1959), der 1962 auch auf der Biennale in Venedig vertreten war, wurde 1970 mit einer Retrospektive im Pariser Musée National d'Art Moderne geehrt. Werke von Antoine Pevsner finden sich in zahlreichen bedeutenden internationalen Museen.