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Anton Raphael Mengs

Biografien
Anton Raphael Mengs

*  1728 Aussig
† 1779 Rom


Anton Raphael Mengs, der Gründungsvater des Klassizismus, rechnet zweifelsfrei zu den wichtigsten Künstlern des 18. Jahrhunderts.
Zur Welt kam Anton Raphael Mengs 1728 im böhmischen Aussig, dem heutigen Ústí nad Labem in Tschechien. Für den Künstlerberuf war er als Sohn des sächsischen Hofmalers Ismael Mengs prädestiniert, und der Vater schulte den Knaben auch während seiner Kinderjahre in Dresden (1728-1740). Von 1741 bis 1744 weilte die Familie - die Mutter war früh verstorben - in Rom, wo Anton Raphael Mengs sich intensiv weiterbildete und zum Lohn nach der Rückkehr nach Dresden zum sächsischen Kabinettmaler erhoben wurde. Eine zweite Romreise, während der er auch seine Braut Margherita Guazzi fand, vervollständigte die Ausbildung von Anton Raphael Mengs von 1746 bis 1749.
Schon wenige Monate nach seiner Ernennung zum sächsischen Oberhofmaler (1751) zog es Anton Raphael Mengs erneut nach Italien - dort machte er 1755 eine weitreichende Bekanntschaft: Er traf auf Johann Joachim Winckelmann, den großen Theoretiker des Klassizismus, mit dem ihn bald tiefe Freundschaft und reger Gedankenaustausch verbinden sollten. Der Kontakt mit Winckelmann prägte Anton Raphael Mengs' Kunstauffassung entscheidend. Am deutlichsten wird dies in seinem wegweisenden Deckenfresko "Parnaß" in der römischen Villa Albani (1761) sichtbar, das nichts weniger als den Durchbruch des Klassizismus markiert. Das antike Sujet des Apoll unter den Musen setzte Anton Raphael Mengs in einem geradezu revolutionären Stil um, der mit der bis dato vorherrschenden spätbarocken Bewegtheit aufs Schärfste brach: eine statuarisch beruhigte, erhabene Komposition, die die Figuren vereinzelt und von jedem Handlungszusammenhang repräsentativ isoliert. Obgleich ein Deckengemälde, ist der "Parnaß" zudem nicht durch eine Raumtiefe vortäuschende Schrägperspektive verzerrt, sondern gleich einem Tafelbild als "Quadro Riportato" gehalten. Mit diesem radikalen Bruch mit spätbarocken Sehgewohnheiten wollte Anton Raphael Mengs offenbar das Idealbild der (nicht erhalten gebliebenen) griechisch-antiken Malerei wiedererstehen lassen - in Einklang mit Winckelmann, der das Fresko in höchsten Tönen lobte.
Noch im selben Jahr, 1761, folgte Anton Raphael Mengs dem Ruf König Karls III. nach Spanien, wo er mit Giovanni Battista Tiepolo den königlichen Palast ausschmückte. Wohl nur der Legende gehören die Berichte über einen offenen Zwist der beiden Künstler an. 1766 wurde Anton Raphael Mengs sogar zum "Primor Pintor de Cámara" des spanischen Hofes erhoben, doch seine angeschlagene Gesundheit, der die spanischen Winter nicht bekamen, bewegte ihn 1769 zur Rückkehr nach Italien. Zwar reiste er 1774 erneut nach Spanien, blieb jedoch nur drei Jahre und kehrte 1777 nach Rom zurück - nun endgültig: Ein Jahr nach seiner Margherita, die 1778 mit nur 48 Jahren verstarb, folgte Anton Raphael Mengs, selbst erst 51, seiner Gattin 1779 ins Grab.
Anton Raphael Mengs, der zu Lebzeiten ein gefeierter Maler auch von religiösen Sujets und nicht zuletzt ein ebenso berühmter wie exzellenter Porträtist war, wurde mit Ehrenbezeugungen geradezu überhäuft, war Mitglied zahlreicher Akademien und zudem einer der bestbezahlten Künstler seiner Generation. Heute ist er, ehemals Stiefkind der Kunstgeschichte, als Schlüsselfigur des Klassizismus und Künstler von herausragender Bedeutung berühmt. Werke von Anton Raphael Mengs werden in bedeutenden Museen wie den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Eremitage in St. Petersburg präsentiert.