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Antonio Saura

Biografien
Antonio Saura

*  1930 Huesca (Spanien)
† 1998 Cuenca (Spanien)


Antonio Saura, einer der wichtigsten spanischen Nachkriegskünstler, kommt im Jahr 1930 in Huesca zur Welt. Als Jugendlicher erkrankt Antonio Saura schwer an Tuberkulose und muss fünf Jahre lang das Bett hüten. In dieser Situation beginnt er um 1947 zu zeichnen.
Als Künstler bleibt Antonio Saura Autodidakt. Hans (Jean) Arp, Joan Miró und Yves Tanguy beeinflussen seine frühen Experimente, die bald zu einer ersten, schon überaus charakteristischen Stilstufe im Modus des Surrealismus führen. Insbesondere traumhafte Landschaften entstehen in dieser frühen Zeit. In der ersten Hälfte der 1950er Jahre hält sich Antonio Saura auch mehrfach in Paris auf, wo er auch im Umfeld der Surrealistengruppe zeitweise seinen Platz findet.
Ab der zweiten Hälfte des Jahrzehnts aber dominiert ein gestischer, impulsiver und informeller Zugriff das Werk von Antonio Saura. Mit abstrahierendem, malerischem Pinselhieb entstehen Werke auf figurativer Basis, die beim weiblichen Körper oder dem menschlichen Gesicht ihren Ausgang nehmen. Auch die Kreuzigung wird ein Leitmotiv der Malereien, die meist ganz von Schwarz, Grau- und Brauntönen dominiert sind. In ihrer Wucht und Düsternis sind sie faszinierend und verstörend zugleich. Oft wird Antonio Saura aufgrund dieses eigenen Charakters seiner Arbeiten, der bis in ein bedeutendes und reges Spätwerk hinein lebendig bleibt, in die Tradition von Velázquez und Goya gestellt.
Dies gilt auch für das wichtige grafische Oeuvre, das bereits ab 1959 die malerischen Werke begleitet. Hier sind unter anderem bedeutende Illustrationszyklen zu nennen. Zudem entstehen ab den 1960er Jahren Metallskulpturen; und mit seinen "Comics", ausgeschnittenen, collagierten und übermalten massenmedialen Bildern, schafft Antonio Saura nicht zuletzt einen Werkkomplex von großer Vielschichtigkeit.
Antonio Saura, der im Jahr 1957 zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe "El Paso" gehört, rechnet zu den größten Malern des spanischen Informel. Bereits 1960 zeigt das Stedelijk Museum in Amsterdam eine große Werkschau; 2013 präsentiert das Museum Wiesbaden eine umfassende Retrospektive.
Ab 1967 lebt Antonio Saura, der im Widerstand gegen das Franco-Regime aktiv ist, hauptsächlich in Paris. Antonio Saura verstirbt 1998 im spanischen Cuenca.