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Antonius van Dyck



1599 Antwerpen
1641 London

Schon als 10-jähriger ist Antonius van Dyck 1609 in der Antwerpener Lukasgilde als Schüler des Hendrick van Balen d.Ä. eingeschrieben, 1618 in derselbigen als Freimeister. Seit etwa 1615 ist van Dyck Mitarbeiter in der Werkstatt von Peter Paul Rubens, wo er Stichvorlagen nach Gemälden zeichnet und den Monumentalstil des großen Meisters dank seiner Anpassungsfähigkeit effektvoll nachahmt. Nach einem kurzen Aufenthalt in London, reist van Dyck 1621 nach Italien. Bis 1627 studiert und kopiert er die dortige italienische Malerei. Vor allem die Werke Tizians werden für van Dycks künstlerische Entwicklung von Bedeutung. In Genua entstehen zahlreiche Adelsporträts in einem für van Dyck unverkennbaren, eleganten Stil (vgl. die Bildnisse "Vornehme Genueser" bzw. "Vornehme Genueserin" und das Porträt des Kardinals Bentivoglio). Als berühmte Persönlichkeit kehrt er 1627 nach Antwerpen zurück und wird triumphal empfangen. 1630 bezeichnet er sich als Hofmaler der Erzherzogin Isabella. Diese zweite Antwerpener Periode gilt als Höhepunkt seines Schaffens. 1629-31 entstehen seine schönsten Einzelporträts: "Maria de Tassis" und "Marie de Raet" mit ihrem Gatten "Philippe Le Roy". Daneben ist er mit vielen kirchlichen Aufträgen beschäftigt. 1632 folgt van Dyck dem Ruf Karls I. für ihn als Hofmaler in London tätig zu sein. Die Übersiedlung bewirkt einen weiteren Stilwandel im Oeuvre van Dycks, der auf die englische Porträt-Tradition, die dort geschätzte venezianische Malerei und auch auf die Mode mit farbenprächtigeren und zunehmend einfacheren Kompositionen reagiert. Zu den großen Leistungen der letzten Schaffensperiode gehören die monarchischen Bildnisse Karls I. In ihnen schafft van Dyck eine neue Ikonografie, die der königlichen Herrschaftslegitimation entspricht und als gemalte Theorie des "Divine Right of Kings" zu verstehen ist (so das Familienbildnis "Karl I. und Henrietta Maria mit ihren beiden ältesten Kindern" von 1632). 1634 kehrt van Dyck für ein Jahr nach Flandern zurück, wird von der Antwerpener Lukasgilde zum Ehrendekan ernannt, eine Ehre, die zuvor nur Rubens zuteil geworden war. In diesem Jahr entstehen einige seiner großartigsten Schöpfungen: "Johann, Graf von Nassau-Siegen und seine Familie", "Thomas Francois de Carignan" sowie das Bildnis des "Cesare Alessandro Scaglia". Seine repräsentativen Bildnisse des Königs und der adeligen Gesellschaft bringen ihm Verehrung und Wohlstand, der ihm einen luxuriösen Lebensstil ermöglicht. Antonius van Dyck gilt als der bedeutendste flämische Barockmaler nach Rubens. Mit seinen Bildnissen hat van Dyck einen neuen Typus des repräsentativen Adelsporträts geschaffen, der zum Vorbild für die englische Kunst des 18. Jahrhunderts wird, insbesondere für Thomas Gainsborough, Joshua Reynolds und Thomas Lawrence.

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