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Arno Holz

Biografien
Arno Holz

*  1863 Rastenburg
† 1929 Berlin


Arno Holz, geboren am 26. 04. 1863 in Rastenburg (Ostpreußen), entwickelt in seiner programmatischen Schrift "Die Kunst, ihr Wesen und ihre Gesetze" (1888) die Theorie eines "konsequenten Naturalismus", der auf eine genaue Schilderung eines Milieus unter Einbeziehung auch umgangssprachlicher Elemente abzielt. Ausdruck dieser Theorie ist die von ihm aufgestellte Formel "Kunst = Natur - x", was bedeuten soll, dass die Kunst so weit wie möglich der Natur entsprechen soll, wobei dem Künstlers die Aufgabe zukommt, das x möglichst klein zu halten. Praktisch wendet Holz diese Theorie in seinen unter dem Pseudonym Bjarne P. Holmsen erschienen Werken "Papa Hamlet" und "Die Familie Selicke" an. Seine Forderung, dass die Kunst möglichst genau die Realität darstellen soll, führt ihn zu einer neuen, experimentellen Ausdrucksweise, dem so genannten "Sekundenstil", mit dem er das sozial Elend sekundengenau dargestellt. 1898 veröffentlicht Holz den sprachlich virtuosen Gedichtband "Phantasus", der als sein lyrisches Hauptwerk gilt. In seiner Lyrik experimentiert Holz mit einem reimlosen Stil, womit er die Regeln der traditionellen Form aufgibt. Das von Reim und Versmaß freie Werk soll, seiner Programmschrift "Revolution der Lyrik" nach, von seinem "inneren Rhythmus" bestimmt werden. Formale Besonderheit der im "Phantasus" enthaltenden Gedichte ist die gedruckte Zentrierung der einzelnen Verszeilen um eine gedachte Mittelachse, weshalb dieser Stil auch als Mittelachsenlyrik bezeichnet wird. 1903 veröffentlicht Holz die an der Dichtkunst des Barocks orientierten "Lieder auf einer alten Laute", die, später erweitert als "Dafnis" bei Reinhard Piper verlegt, einer seiner wenigen finanziellen Erfolge werden. Arno Holz stirbt am 26.10.1929 in Berlin.