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Arshile Gorky

Biografien
Arshile Gorky

*  1904 Tiflis oder Dzov
† 1948 Sherman/Connecticut


Der Maler und Grafiker Arshile Gorky, Schlüsselfigur der amerikanischen Abstraktion und Künstler von Weltrang, kommt wahrscheinlich 1904 in Türkisch-Armenien zur Welt. Da Arshile Gorky seine traumatisierende Biografie kreativ handhabt, ist das Datum nicht ganz gesichert, es liegt zwischen 1902 und 1905.
Arshile Gorky ist jedenfalls ein begabter Bauernsohn, der schon in jungen Jahren malt und zeichnet. Als er etwa fünf Jahre alt ist, verlässt der Vater die Familie. Gemeinsam mit Mutter und Geschwistern ist Arshile Gorky 1915 wegen der türkischen Verfolgung der Armenier zur Flucht aus der Heimat gezwungen. Die Mutter verhungert 1919.
Arshile Gorky übersiedelt daraufhin in die USA (1920), wo er den Vater wiedertrifft, mit ihm in Providence/R.I. wohnt und dort zur Schule geht. Zwar bleibt er als Maler hauptsächlich Selbstgelehrter, doch studiert und lehrt Arshile Gorky zwischen 1922 und 1924 an der New School of Design in Boston.
Arshile Gorky kreiert sich nun eine "neue Identität": Er behauptet, mit Maxim Gorky verwandt zu sein und nimmt dessen Nachnamen sowie den Vornamen Arshele, später Arshile, an. Arshile Gorkys konstruierter Lebenslauf erzählt etwa, er sei bei Wassily Kandinsky in die Lehre gegangen und wäre Student der Rhode Island School of Design gewesen - beides entspricht nicht den Tatsachen.
In New York, wohin Arshile Gorky Ende des Jahres 1924 übersiedelt, hat Arshile Gorky Kontakt zu Künstlern russischer Herkunft wie David Burliuk, Ilya Bolotowsky, Raphael Soyer, Moses Soyer und John Graham. Auch befreundet er sich mit Stuart Davis und Willem de Kooning. Surrealismus, Postimpressionismus und Kubismus beeinflussen seine Arbeiten, wobei insbesondere Paul Cézanne, Joan Miró und Pablo Picasso als Stichwortgeber zu nennen sind.
Sie inspirieren Arshile Gorky auf dem Weg zu einer neuen Kunst: Er will sich nicht mit dem in den 1930er Jahren vorherrschenden amerikanischen Realismus zufriedengeben und sucht nach neuen Möglichkeiten. Es entstehen zuerst Arbeiten in biomorph abstrahierender Formensprache. In den beginnenden 1940er Jahren findet Arshile Gorky dann zu abstrakten Werken, die kraftvolle Farbe mit lyrischen Linienspielen kombinieren. Auf Anraten der Surrealisten baut Arshile Gorky seinen Stil mit "automatischen" Verfahren weiter aus. Die Surrealisten fördern Arshile Gorky, in dem sie einen Wesensverwandten erkennen. Sogar André Breton nimmt ihn in den mittleren 1940er Jahren unter seine Fittiche.
Gorky aber bleibt ein künstlerischer Einzelgänger: 1947 wendet er sich von den Surrealisten ab, und auch den Abstrakten Expressionismus, den das Werk Arshile Gorkys gleichwohl maßgeblich vorbereitet, hält er nicht für einen gangbaren Weg.
Zu dieser Zeit häufen sich dramatische Ereignisse im Leben von Arshile Gorky: Ein Brand zerstört 1946 zahlreiche seiner Gemälde, und aufgrund einer Darmkrebs-Erkrankung erhält Arshile Gorky eine Colostomie. Im Sommer 1948 ereignet sich dann ein Autounfall, infolgedessen seine Malhand teilweise gelähmt bleibt. Eine schwere Depression folgt, Frau und Töchter verlassen Arshile Gorky. 1948 erhängt sich der Maler.