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Berenice Abbott

Biografien
Berenice Abbott

*  1898 Springfield/Ohio
† 1990 Monson/Maine


Die Fotografin Berenice Abbott ist mit ihrem dokumentarischen "New York Project" weltweit berühmt geworden.

Berenice Abbott, die 1898 in Springfield / Ohio geboren und auf den Namen "Bernice" getauft wurde, übersiedelte nach ihrer Ausbildung an der State University in Ohio 20jährig in die Metropole New York, die Stadt, von der sie später sagen sollte, sie hätte einen "Instinkt" für sie. Hier schlug sie sich einige Jahre als Gelegenheitsarbeiterin und Bildhauerin durch und knüpfte Kontakte zu Man Ray und Marcel Duchamp, bevor Berenice Abbott 1921 nach Paris zog. Nun änderte sie nicht nur ihren Vornamen durch die Beifügung eines "e" in Berenice, sondern reüssierte - neben einem Dunkelkammer-Job bei Man Ray - auch bald als Porträtfotografin. James Joyce, Max Ernst und viele weitere bedeutende Persönlichkeiten rechneten zu Berenice Abbotts Modellen. Die Fotografin, die schon bald in ganz Paris bekannt war, erhielt bereits 1926 ihre erste Einzelausstellung, eröffnete ein Fotostudio und zählte 1928 zu den Teilnehmern des berühmten "Salon Indépendant de la Photographie".

Folgenreich war aber ein Ereignis anderer Art: Berenice Abbott hatte in der französischen Hauptstadt Eugène Atget und dessen Fotografien von Paris kennen gelernt. Sie schätzte den mehr als vierzig Jahre Älteren so sehr, dass sie nach dessen Tod 1927 an seinem Nachruhm arbeitete und einen Großteil seiner fotografischen Hinterlassenschaft ankaufte. Heute befinden sich die rund 1400 Negative und 7800 Abzüge im New Yorker Museum of Modern Art.
Auch in ihrem eigenen Werk sollte Berenice Abbott den verehrten Eugène Atget weiterleben lassen: Ab 1929, zurück in New York, bemühte sie sich um eine fotografische New York-Dokumentation nach Atgets Pariser Vorbild. Sponsoren waren zunächst schwer zu finden, so dass Berenice Abbott erst auf eigene Kosten fotografierte, bis 1935 das Federal Art Project finanzielle Unterstützung zusagte. Der 1938 abgeschlossene Zyklus, unbestreitbar das Hauptwerk von Berenice Abbott, erschien 1939 als Sammelband unter dem Titel "Changing New York".
Ab 1940 schuf Berenice Abbott, die zwischen 1935 und 1958 an der New School for Social Research lehrte, vorrangig Wissenschaftsfotografie. 1991 verstarb Berenice Abbott 93jährig in Monson.
Berenice Abbott wurde 1981 mit der Ehrendoktorwürde der New School geehrt und erhielt 1987 den ICP Infinity Award for Master of Photography. Unter den zahlreichen Einzelausstellungen ihres Werks sind die Schau im Chicago Art Institute (1951) und im Museum of Modern Art in New York (1970) zu benennen.