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Ernst Ludwig Kirchner

Biografien
Ernst Ludwig Kirchner

*  1880 Aschaffenburg
† 1938 Davos


Ernst Ludwig Kirchner wird am 6.5.1880 in Aschaffenburg geboren. 1886 zieht die Familie um nach Frankfurt am Main, 1887 nach Perlen bei Luzern, schließlich 1890 nach Chemnitz. Hier besucht Kirchner das Realgymnasium. 1901-1905 studiert er an der Technischen Hochschule in Dresden Architektur. Während dieses Studiums belegt Ernst Ludwig Kirchner 1903 in München ein Semester an der Kunstakademie in München.
1904 unternimmt er mit dem Kommilitonen und Freund Fritz Bleyl erste Ausflüge ins Umland von Dresden zu den Moritzburger Seen. Im selben Jahr lernen sie Erich Heckel kennen, 1905 folgt die Begegnung mit Karl Schmidt-Rottluff. Im Jahr 1905, nach dem Abschluss des Architekturstudiums, gründet Ernst Ludwig Kirchner mit Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff die Künstlergemeinschaft "Brücke". Im November 1905 findet die erste Ausstellung der "Brücke"-Künstler in der Kunsthandlung P.H. Beyer und Sohn in Leipzig statt.
1910 tritt Kirchner der "Neuen Secession" in Berlin bei, 1911 folgt er Heckel und Pechstein nach Berlin, wo er bis 1917 mit Unterbrechungen wohnt. 1912 findet ein reger künstlerischer Austausch zwischen der "Brücke" und dem "Blauen Reiter" in München statt, sie stellen gemeinsam in der Münchner Galerie Hans Goltz aus. 1913 verfasst Ernst Ludwig Kirchner die "Chronik der KG Brücke", aufgrund von Meinungsverschiedenheiten löst sich die Gruppe im Mai des Jahres auf. Im Folkwang-Museum in Hagen findet die erste Einzelausstellung Kirchners statt, weitere folgen.
Kirchner hält sich immer wieder auf der Insel Fehmarn auf, wo er arbeitet und auch Besuch von anderen Künstlern bekommt. Ab 1912 nehmen die Stadtansichten von Berlin breiten Raum im Werk von Kirchner ein. 1915 meldet sich Kirchner freiwillig zum Kriegsdienst. Er erleidet einen körperlichen und psychischen Zusammenbruch und kommt erstmals ins Sanatorium nach Königstein. Das Jahr 1916 verbringt Kirchner in Sanatorien, doch sein Gesundheitszustand bessert sich nicht. In dieser Zeit arbeitet er an Landschaftsbildern und Porträts.
Anfang 1917 ist Ernst Ludwig Kirchner erstmals in Davos. Er reist überstürzt zurück nach Berlin, kehrt dann aber wieder und bezieht im Sommer mit einer Pflegeschwester die Rüeschhütte auf der Stafelalp. Im September 1917 ist er im Sanatorium in Kreuzlingen, er leidet an Lähmungen und Bewusstseinsstörungen. Trotzdem arbeitet er in dieser Zeit an Druckgrafiken und Zeichnungen. Ab September 1918 bewohnt Kirchner in Davos-Frauenkirch ein Haus, das er beginnt, skulptural auszustatten. Er malt eine Reihe von Bildern mit Alpenansichten, fertigt aber auch Möbel und Holzskulpturen. 1920 verfasst Kirchner den ersten Artikel über sein eigenes Werk, den er unter dem Pseudonym Louis de Marsalle veröffentlicht. Trotz der Abgeschiedenheit hält Kirchner regen Kontakt zur Kunstszene in Deutschland. 1923 zieht Ernst Ludwig Kirchner um in das Wildboden-Haus in Davos-Frauenkirch.
Mit Veränderung der politischen Lage und den Konsequenzen daraus für das kulturelle Leben in Deutschland, empfindet Kirchner seine Situation in der Schweiz als zunehmend unsicher, befürchtet sogar einen Einmarsch der Deutschen auch in die Schweiz.
Am 15.6.1938 begeht Ernst Ludwig Kirchner in Davos Selbstmord.


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