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Bruno Munari



1907 Mailand
1998 Mailand

Als einer der vielseitigsten Künstler Italiens hat Bruno Munari Malerei, Grafik, angewandte Künste, Skulptur, Industriedesign und Literatur des 20. Jahrhunderts maßgeblich geprägt.
1907 in Mailand geboren, übersiedelte Bruno Munari mit seiner Familie schon bald nach Badia Polesine im Veneto, wo er Kindheit und Jugend verlebte. 1926, als junger Mann, kehrte Bruno Munari in seine Geburtsstadt zurück, um an der Accademia di Belle Arti di Brera zu studieren. Bruno Munari arbeitete nun auch bei seinem Onkel, bevor er ab 1929 als Posterdesigner sein Brot verdiente und 1930 sogar eine eigene Werbeagentur eröffnete.
In seiner frühen Werkphase stand der technikaffine Bruno Munari im Schulterschluss neben den Futuristen und opponierte gegen die klassizistisch-konservative Bewegung des Novecento. Auch Kubismus und Surrealismus prägten den jungen Bruno Munari, der 1933 die erste seiner berühmt gewordenen "Macchine inutile", der "unnützen Maschinen", entwarf, bestehend aus geometrisch-abstrakten, freischwingend mit Drähten verbundenen Formgebilden, welche die Gattung der Skulptur in Richtung der Kinetik erweiterten. 1938 formulierte Bruno Munari den "Manifesto del Macchinismo", 1948 rechnete er neben Gillo Dorfles, Gianni Monnet und Atanasio Soldati zu den Gründungsvätern der wegweisenden Künstlergruppe "Movimento Arte Concreta". In den 1950er Jahren experimentierte Bruno Munari auch mit Lichtkunst und unterzeichnete das Manifest der informellen Künstlergruppe "Arte Nucleare", der etwa Enrico Baj, Sergio Dangelo, Gianni Bertini, Gianni Dova und Giò Pomodoro zugehörten.
Bald hatte Bruno Munari, der nach dem Krieg vermehrt auch im Bereich der angewandten Künste tätig war und unter anderem als innovativer Buchkünstler und Industriedesigner auftrat, seinen Ruf international gefestigt, so dass er 1967 als Dozent an die renommierte Harvard University in Cambridge berufen wurde. Für seine Arbeit als Designer erhielt Bruno Munari 1985 den "Japan Design Foundation Award". Werke des mehrmaligen Teilnehmers der Kasseler documenta und der Venezianischen Biennale, auf der er 1986 mit einem eigenen Raum geehrt wurde, sind in bedeutenden internationalen Sammlungen wie dem New Yorker Museum of Modern Art vertreten. Zwei große Werkschauen würdigten 1999 und 2000 den 1998 verstorbenen Bruno Munari.

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