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Camille Claudel

Biografien
Camille Claudel

*  1864 Fère-en-Tardois
† 1943 Montdevergues


Camille Claudel, die berühmte Weggefährtin von Auguste Rodin mit dem tragischen Lebenslauf, rechnet zu den bedeutendsten Bildhauerinnen der Moderne.
Die 1864 im französischen Fère-en-Tardenois geborene Camille Claudel fühlte sich schon im frühen Jugendalter zur Männerdomäne Bildhauerei hingezogen und formte beeindruckende Figurinen. 17jährig, Camille Claudel lebte mittlerweile mit ihrer Familie in Paris, erhielt das begabte Mädchen Unterricht an der Académie Colarossi; schon ein Jahr darauf bezog Camille Claudel, gemeinsam mit einigen Freunden, ihr erstes Atelier. Dort hatte der Bildhauer Alfred Boucher den jungen Künstlern Unterricht erteilt - bald folgte ihm ein weit Berühmterer auf diesem Posten nach: Auguste Rodin.
Das Verhältnis zwischen der jungen Schülerin und dem weit älteren Lehrmeister wurde bald enger, Camille Claudel trat in Rodins Atelier ein und fungierte als seine Assistentin, sein Modell, seine Muse und heimliche Geliebte. Die Beziehung war überaus schwierig und geradezu dramatisch, zerbrach jedoch erst 1898. Bald darauf, spätestens aber um 1906 zeigten sich Anzeichen einer psychischen Erkrankung, Camille Claudel zog sich zurück und zerstörte systematisch ihre Werke. Nach dem Tod ihres Vaters, im Jahr 1913, veranlasste ihre Mutter, zu der Camille Claudel ein schlechtes Verhältnis hatte, die Einweisung der Tochter in eine psychiatrische Anstalt. Ohne je wieder zu arbeiten, verbrachte Camille Claudel drei Jahrzehnte ihres Lebens, bis zu ihrem Tod 1943, in Irrenhäusern. Ihr letztes Werk stammt aus dem Jahr 1906 und trägt den Titel "Die verwundete Niobide".
Das kleine, aber gewaltige Oeuvre Camille Claudels umfasst neben Skulpturen auch Zeichnungen und einige Malereien. Die Porträts, Akte, Allegorien und klassischen Themen, stilistisch angeregt von Rodin, neigen zu düsterem Fin de Siècle-Pathos und stehen der Art Nouveau nahe.
Camille Claudels Kunst war schon zu Lebzeiten hoch geschätzt, sie beteiligte sich an den beiden Pariser Weltausstellungen und den Schauen der Société des Artistes Français, wo ihre Büste "Alte Helene" schon 1882 einen Sensationserfolg erlebte; ferner erhielt sie Staatsaufträge. 1951 veranstaltete das Rodin-Museum die erste große Retrospektive ihres Werks, zuletzt zeigte 2007 die Kunsthalle Rostock die Schau "Camille Claudel - Skulpturen und Zeichnungen".