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Charles Nicolas Cochin



1681 Paris
1754 Paris

Charles Nicolas Cochin d.J. gilt als einer der bedeutendsten Druckgrafiker und Zeichner des französischen Rokoko ("Louis-quinze"), der sich auch als Kunstschriftsteller einen Namen machte.
Charles Nicolas Cochin, der zur Unterscheidung von seinem gleichnamigen Vater "der Jüngere" genannt wird, wurde 1715 in Paris geboren. Sein Vater, Charles Nicolas Cochin d.Ä., war als Stecher nach den Größen der Rokokomalerei wie Jean-Antoine Watteau und als grafischer Schilderer der Zeremonien am französischen Hof berühmt geworden. Charles Nicolas Cochin d.J. folgte dem Vater im letztgenannten Bereich nach. Hier schuf er besonders zwischen 1735 und den mittleren 1740er Jahren zahlreiche Radierungen und Zeichnungen. Seine vier Blätter anlässlich der Hochzeitsfeierlichkeiten des Dauphins im Jahr 1745, "Cérémonie du Mariage", "Jeu du Roi", "Bal Masqué" und "Bal Paré", teilweise von seinem Vater auf die Platte übertragen, zählen zu seinen Hauptwerken auf diesem Feld.
Die hohe Qualität der Werke von Charles Nicolas Cochin d.J. ließ diesen zum Günstling der Pompadour werden, deren Bruder er von 1749 bis 1751 nach Italien begleiten konnte. Zurück in Frankreich entstanden u.a. der Dreibänder über die italienische Kunst "Voyage d'Italie, ou recueil de notes sur les ouvrages de peinture et de sculpture qu'on voit dans les principales villes d'Italie" sowie die von ihm selbst illustrierten "Observations sur les antiquités de la Ville d`Herculaneum". In der Folge widmete sich Charles Nicolas Cochin d.J. häufig dem Buchschmuck (Boccaccio, Ariost, Tasso) sowie dem Bildnisstich, im Spätwerk traten Allegorien hinzu.
Unzählige Aufträge wurden dem bekannten Grafiker angetragen, die er jedoch in Folge einer Kränklichkeit bald nur mehr als Zeichnungsvorlagen ausführen konnte. Wo er noch selbst radierte, war seine Technik so perfektioniert, dass es kaum mehr der Nacharbeit mit dem Grabstichel bedurfte. Gerühmt wird auch die besondere Brillanz der Zeichnungen von Charles Nicolas Cochin d.J. in Blei und Rötel.
Der viel geehrte Charles Nicolas Cochin d.J., der 1751 Mitglied der Akademie, ein Jahr später königlicher "Garde des Dessins" und 1757 sogar nobilitiert wurde, verstarb 1790 in seiner Wohnung im Louvre. Seine grafischen Blätter sind weit verbreitet, Zeichnungen von der Hand Charles Nicolas Cochins d.J. verwahrt unter anderem das Musée du Louvre in Paris.

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