Cherubino Alberti
1553 Sansepolcro
1615 Rom
1553 wurde Cherubino Alberti im toskanischen Borgo S. Sepolcro geboren, tätig war er jedoch hauptsächlich in Rom, wo er sogar zum Direktor der renommierten Akademie S. Luca avancierte und von Papst Clemens VIII. nobilitiert wurde.
Als Kupferstecher hat sich Cherubino Alberti den größten Ruhm verdient: Nachweislich hat er sich schon seit 1568 mit dieser Technik beschäftigt, weshalb der vier Jahre jüngere Agostino Carracci nicht, wie gelegentlich zu lesen ist, als sein Lehrer in Frage kommt. Näher liegt eine Ausbildung unter Cornelis Cort. Der Niederländer arbeitete unter anderem als Reproduktionsgrafiker für Tizian und hatte in Rom eine Stecherschule gegründet. Seine charakteristische Manier der "schwellenden Linien" erlaubte die Wiedergabe differenzierter Hell-Dunkel-Werte und deutlicher Volumina; Reflexe dieser Technik sind bei Cherubino Alberti zu spüren. Dessen Stil ist weicher und weniger kontrastreich, dabei aber dekorativ und elegant. Cherubino Alberti monogrammierte die meisten seiner Blätter mit "C A B" (= "Cherubinus Alberti Burgensis").
Den Großteil seines grafischen Werkes schuf Cherubino Alberti in den 1570er und 1580er Jahren; manche Blätter wurden im 17. Jahrhundert nochmals aufgelegt. Die Malerei trat erst im Spätwerk hinzu, wobei sich Cherubino Alberti als Freskant etwa im Quirinalspalast, in der Sala Clementina des Vatikan oder in S. Maria sopra Minerva betätigte. Sein letztes gesichertes Werk, das Fresko mit der "Bundeslade" in S. Maria in Via, ist auf 1614 datiert. Ein Jahr darauf starb Cherubino Alberti in Rom und wurde in S. Maria del Popolo beigesetzt.
Thematisch widmete sich Cherubino Alberti dem in der frühen Neuzeit hochgeschätzten Reproduktionsstich, wobei er Werke von Michelangelo, Raffael, Andrea del Sarto, Polidoro da Caravaggio oder Federico und Taddeo Zuccari kongenial in den Kupferstich übertrug. Aber auch zahlreiche Blätter nach eigener Vorlage sind von Cherubino Alberti überliefert, darunter Allegorien, religiöse Szenen und bedeutende Bildnisstiche; etwa porträtierte er Papst Gregor XIII. und 1593 den König in Neapel. Werke von Cherubino Alberti befinden sich heute in den international bedeutendsten grafischen Sammlungen.
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