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(d.i. César Baldaccini) César

Biografien
(d.i. César Baldaccini) César

*  1921 Marseille
† 1998 Paris


Unter dem Namen César Baldaccini wird im Jahr 1921 César, einer der bedeutendsten Künstler des Nouveau Réalisme, in Marseille geboren. An der École des Beaux-Arts seiner Geburtsstadt immatrikuliert sich César bereits 1935, gerade einmal vierzehn Jahre alt. Hier soll er bis 1943 studieren, wenngleich die politische Entwicklung und der Kriegsausbruch seine Ausbildung immer wieder unterbrechen. 1943 schreibt er sich dann an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris ein. Hier kann César, Student von Marcel Gimond, 1947 sein Studium erfolgreich abschließen.
Die Jahre in Paris werden prägend für César. Hier begegnet er Pablo Picasso, Germaine Richier und Alberto Giacometti. Diese Künstler sind es auch, die ihn auf seinem Weg hin zu einer betont antiakademischen Kunst bestärken. César schafft nun erste bildhauerische Werke aus Gips und Eisen, ab 1949 auch aus getriebenen Bleifolien und Draht. Die 1950er Jahre bringen einen radikalen Wandel: César benutzt bereits ab 1952, verstärkt aber ab der zweiten Hälfte des Jahrzehnts Industrieabfälle und Schrottteile für seine Werke. Schon 1954 bespielt er damit die erste Einzelausstellung, er zeigt seine "Tiere aus Schrott" in der bekannten Galerie Durand.
Ab 1960 beteiligt er sich dann an der Bewegung des Nouveau Réalisme. Nun entstehen auch die "Compressions dirigées": In diesen wegweisenden Werken, die die internationale Bekanntheit von César massiv vorantreiben, bearbeitet er Metallteile und ganze Karosserien mit hydraulischen Schrottpressen. Berühmt werden auch die bildhauerischen Objekte des Künstlers, etwa die Skulpturen seines eigenen Daumens oder der Brust einer Tänzerin. Mit diesen betont ironischen Werken steht er auch der Pop-Art nahe. In den 1980er Jahren nähert sich César schließlich sogar der Appropriation Art, wenn er sich die eigenen Werke älterer Epochen nochmals vornimmt.
César, stets auf der Höhe seiner Zeit arbeitend, schreibt mit seinen innovativen Grenzerweiterungen der bildhauerischen Techniken und Methoden Kunstgeschichte. Längst befinden sich seine Arbeiten in den renommiertesten Museen weltweit. Der Künstler verstirbt 1998 in Paris.