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(d.i. Constant Nieuwenhuys) Constant

Biografien
(d.i. Constant Nieuwenhuys) Constant

*  1920 Amsterdam
† 2005 Utrecht


Der niederländische Künstler Constant Anton Nieuwenhuys wird 1920 in Amsterdam geboren und beginnt 1939 ein Studium an der dortigen Kunstgewerbeschule, welches er ein Jahr später an der Reichsakademie in Amsterdam fortsetzt. Während seines Studiums erfährt Constant die deutsche Besatzung und bleibt ihm als eine traumatische Zeit in Erinnerung. 1946 begegnet Constant dem dänischen Maler Asger Jorn in Paris und es kommt zwei Jahre später zur Gründung der Künstlergruppe "Cobra", deren internationale Protagonisten die Idee an eine zukunftsweisende gesellschaftliche Kunst vereint. In seinen expressiven Bildern nach 1945 lehnt sich Constant an bildliche Darstellungen von Kindern an, um in einer spontanen Archaik einen hoffnungsvollen Neuanfang der Nachkriegszeit zum Ausdruck zu bringen. Als ein zentrales Motiv in Constants Malerei steht die verbrannte Erde als Metapher für zurückliegende Katastrophen. In der Folge entstehen Werke, in denen Constant den anfänglich figurativen Stil zunehmend reduziert und einerseits an die Abstraktionen der Gruppe "De Stijl" anknüpft, zum anderen einen rohen, informellen Stil aufnimmt. Der in den Metropolen Paris und London lebende Künstler beginnt 1952 sich mit Raum- und Architekturproblemen zu beschäftigen und ist über seinen Freund, den Architekten Aldo van Eyck, mit dem aktuellen Städtebaudiskurs vertraut. Als Mitbegründer der Bewegung "Internationale situationiste" beginnt Constant die Stadt zu thematisieren und arbeitet am "Projekt New Babylon", einer urbanistischen Utopie einer Stadt, in der jeder Mensch als "homo ludens" die Umwelt gestaltet. Seit Ende der sechziger Jahre wendet sich Constant wieder der Malerei zu, überträgt das Thema der Stadtutopie auf die Kunst und beschreibt die Umgebung des Menschen als Spiegel seines Innenlebens. Dabei greift Constant in seiner Malerei auf die Figürlichkeit zurück, die den aktuellen Kunstströmungen entgegensteht und als Novum auf die Eigenständigkeit des Künstlers verweist. Neben zahlreichen Einzelausstellungen in Deutschland und den Niederlanden, erlangt Constant als Teilnehmer der Biennale (1952/56) und der Documenta (1964) internationale Anerkennung. 1991 wird Constant mit dem Preis der Stiftung "Künstlerwiderstand" ausgezeichntet. Der in Amsterdam lebende Constant hat als vielseitiger Künstler dazu beigetragen, dass die niederländische Kunst nach 1945 Bedeutung erlangt.