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Donatello

Biografien
Donatello

*  um 1386 Florenz
† 1466 Florenz


Um 1386 geboren, lernt Donato di Niccolò di Betto Bardi, kurz Donatello genannt, in der Florentiner Dombauhütte. Zwischen 1404 und 1407 ist er Gehilfe des Lorenzo Ghiberti und grenzt sich schon früh von dem Stil des Meisters ab. 1406 entstehen mit zwei kleinen Statuen für ein Seitenportal des Domes seine ersten selbständigen Arbeiten. Sein neues Konzept der Renaissance-Skulptur erreicht im zweiten Jahrzehnt mit den beiden für Or S. Michele geschaffenen Marmorfiguren "Hll. Georg" und "Markus" erste Höhepunkte. In der deutlichen Unterscheidung von Stand- und Spielbein nähert sich Donatello dem antiken Kontrapost an und setzt damit die Prinzipien der gotischen Skulptur außer Kraft. Repräsentative Aufträge häufen sich in der Folgezeit. Den anspruchsvollsten Auftrag erhält er 1420 von der mächtigen Parte Guelfa, die ihren Parton, den Franziskaner-Heiligen "Ludwig von Toulouse" in feuervergoldeter Bronze für die Nischen Or S. Micheles ausführen lassen. Die zeitlich parallel laufenden Arbeiten für die Dombauhütte zeigen in künstlerischer Hinsicht ähnliche fortschrittliche Bestrebungen. In den Prophetenstatuen des "Zuccone" (1423-25) und des "Jeremia" (1427-36) ersetzt Donatello die traditionellen mittelalterlichen Kopftypen durch individualisierte Physiognomien. Darüber hinaus zeigen die Figuren eine nie zuvor angestrebte Leidenschaft des Ausdrucks, die Donatello gleichsam zum "Expressionisten" der Frührenaissance machen. Auch nehmen nun Reliefs eine wichtige Stellung in seinem Oeuvre ein. Das Sieneser Bronzerelief "Gastmahl des Herodes" für den Taufbrunnen von S. Giovanni ist in seiner zentralperspektivischen Konstruktion eine weitere wegweisende Neuerung des in allen skulpturalen Gattungen tätigen Künstlers. Sein Aufenthalt in Rom 1432/33 führt zu einer noch intensiveren Auseinandersetzung mit der antiken Kunst, besonders mit der Ornamentik. Nachdem die Medici 1434 aus dem Exil zurückkehren, werden sie fortan die wichtigsten Auftraggeber Donatellos. Neben der skulpturalen Ausstattung der Alten Sakristei von San Lorenzo führt er für diese mit dem bronzenen "David" aus den frühen 40er Jahren sein berühmtestes und meistdiskutiertes Werk aus. Als erste freistehende, lebensgroße Aktfigur seit der Antike und politische Symbolfigur steht sie dem mittelalterlichen heidnischen Götzenbild gegenüber. 1443/44 siedelt Donatello nach Padua über und führt das erste eigentliche Denkmal der Neuzeit, das Reiterstandbild des "Gattamelata" aus. 1453 kehrt er nach zehnjähriger Abwesenheit nach Florenz zurück, wo er der Treue des Cosimo Medici bedeutende Aufträge verdankt. In der Gruppe von "Judith und Holofernes" (um 1456-57), der "Maria Magdalena" (1454-55) und in den beiden "Bronzekanzeln" von S. Lorenzo (seit 1461) schafft Donatello sein Alterswerk. Während der Arbeit an den Kanzeln stirbt Donatello 1466 und geht neben Michelangelo als bedeutendster Bildhauer der italienischen Renaissance in die Geschichte der Kunst ein.