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Edward Steichen

Biografien
Edward Steichen

*  1879 Luxemburg
† 1973 West Redding, Connecticut


Edward Steichen gilt als einer der großen Pioniere in der Fotografie der Moderne.

Der Amerikaner, 1879 als Edouard Jean Steichen in Luxemburg geboren, war bereits im Alter von zwei Jahren mit seiner Familie in die USA gekommen. Von 1894 bis 1898 studierte er Kunst in Milwaukee, von 1906 bis 1914 schloss er ein Studium der Malerei in Paris an der avantgardistischen "Académie Julian" an.

In seinem eigentlichen Fach, der Fotografie, blieb Edward Steichen zwar zeitlebens Autodidakt, doch das Mitglied der bekannten Fotografen-Vereinigung "Linked Ring" und der "Neuen Amerikanischen Fotoschule" sollte schon in jungen Jahren zu einer internationalen Berühmtheit auf diesem Feld werden. 1905 gründete Edward Steichen gemeinsam mit Alfred Stieglitz zudem eine bedeutende Galerie in New York, "Little Galleries of the Photo-Secession" oder kurz "291" genannt. Hier wurden neben Fotografien auch Werke von Pablo Picasso, Henri Matisse oder Paul Cézanne ausgestellt, weshalb Edward Steichen und Alfred Stieglitz das große Verdienst zukommt, der europäischen Avantgarde in den USA zu Bekanntheit verholfen zu haben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Edward Steichen Direktor der fotografischen Abteilung des New Yorker Museum of Modern Art und kuratierte in dieser Funktion die bedeutende Foto-Ausstellung "Family of Man" (1955). 1973 verstarb Edward Steichen wenige Tage vor seinem 94. Geburtstag.

Das Oeuvre von Edward Steichen zeichnet sich durch eine durchweg revolutionäre und richtungsweisende Bildauffassung aus. In den frühen Jahren ab etwa 1900 waren es impressionistisch beeinflusste Fotografien, insbesondere Bildnisse und Genredarstellungen, die durch manuelle Nachbearbeitung und aufwändige Edeldruckverfahren die Grenzen zwischen den Gattungen aufzuheben schienen. Dies war Anliegen der sogenannten Kunstfotografie, die anstrebte, die Fotografie der Malerei anzunähern.
Von dieser malerischen Auffassung löste sich Edward Steichen in den Kriegsjahren; nun wandelte er sich zum Vorreiter der sachlichen Fotografie. Auch in der Modefotografie hat Edward Steichen in den 1920er und 1930er Jahren Wegweisendes geleistet (u.a. für "Vanity Fair" und "Vogue").

Edward Steichen rechnet unbestreitbar zu den bedeutendsten Fotografen des vergangenen Jahrhunderts, dessen Arbeiten auf Auktionen Höchstpreise erzielen - 2006 lag das Höchstgebot für eine Vergrößerung seiner Fotografie "The Pond-Moonlight" von 1904 (Sotheby's New York) bei 2,46 Millionen Euro.