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Egid Quirin Asam

Biografien
Egid Quirin Asam

*  1692 Tegernsee
† 1750 Mannheim


Egid Quirin Asam wird 1692 als jüngerer der kongenialen Asam-Brüder - Cosmas Damian kommt 1686 zur Welt - in Tegernsee in Oberbayern geboren. Er gilt gemeinsam mit seinem Bruder als ein Gründungsvater und eine Schlüsselfigur des bayerischen Rokoko.
Der als Bildhauer und Stuckateur, aber auch als Maler, Radierer und Baukünstler tätige Egid Quirin Asam empfängt wie sein Bruder Cosmas Damian Asam die erste Ausbildung vom Vater, dem Maler Hans Georg Asam. Zudem lernt Egid Quirin Asam in München bei Andreas Faistenberger sein Handwerk.
In Rom, wohin die Asam-Brüder 1711-1714 reisen, ist es vor allem Gianlorenzo Bernini, dessen Werke Egid Quirin Asam beeindrucken. Später, ab den 1720er Jahren, sind auch französische Einflüsse in den Werken des Egid Quirin Asam fassbar zu machen, denn am Hof in München ist der "französische Stil" des Rokoko zu dieser Zeit groß in Mode.
Gemeinsam mit seinem Bruder Cosmas Damian Asam, der als Maler und Architekt arbeitet, entstehen die bedeutendsten Werke von Egid Quirin Asam: Kirchliche Innenräume werden in der Zusammenarbeit der beiden Brüder zu anmutigen Gesamtkunstwerken erhoben, in denen Malerei, Skulptur und Baukunst in einem vielstimmigen, sinnenfrohen Gesamtakkord klingen. Theatralische Lichteffekte und hingebungsvolle Dekorationsfreude kennzeichnen die Raumkunstwerke der Gebrüder Cosmas Damian Asam und Egid Quirin Asam. In Kloster Weltenburg (1717-1736), dessen Architektur und malerische Ausstattung Cosmas Damian Asam besorgt, entsteht mit dem plastischen Hochaltar mit den hll. Georg, Martin und Maurus eines der Hauptwerke von Egid Quirin Asam.
Als vollendetes Meisterwerk seiner Kunst zeigt sich die kleine Münchner "Asam-Kirche" (1733-1746), ein privates, an das Asam-Wohnhaus anschließendes Gotteshaus, das Egid Quirin Asam als seine Grablege vorsieht. Sowohl die reiche Gestaltung der Fassade als auch die überbordende Innenraumausschmückung zeigen das bayerische Rokoko in reinster Form. Besonders bemerkenswert ist die Lichtregie, die diesen kleinen Raum gleichsam zu einem Symbol visionärer Gottesschau erhebt.
Im Jahr 1750 verstirbt Cosmas Damian Asam, Koryphäe des süddeutschen Rokoko, in Mannheim.