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El (Dominikos Theotokopulos) Greco

Biografien
El (Dominikos Theotokopulos) Greco

*  1541 Phodele/Kreta
† 1614 Toledo


El Greco, eigent. Dominikos Theotokopoulos, erfährt seine erste Schulung auf Kreta in der Tradition der späten kretisch-venezian.-byzantin. Ikonenmalerei. 1565 kommt er nach Venedig, wo er als Schüler bei Tizian lernt. Das Studium der Werke von Bassano und Tintoretto beeinflussen seinen künstlerischen Stil maßgeblich. 1569 geht El Greco über Parma nach Rom, wo er sich etwa 6 Jahre aufhält. Durch Vermittlung des spanischen Humanisten Don Luis de Castilla erhält er einen Werkauftrag für die Ausschmückung der Klosterkirche S.Domingo el Antiguo, wo er sich 1577 niederlässt und bis zu seinem Tode bleibt. Während seine italienischen Arbeiten noch stark unter venezianischem Einfluss stehen, ab 1569 auch unter dem Correggios, Parmiggianinos und Pontormos, findet er in der neuen Umgebung bald seinen persönlichen Stil. Zu den Hauptwerken der Toledaner Zeit gehören neben den Altargemälden für S. Domingo el Antiguo die "Verherrlichung des Namens Jesu" für den spanischen König Philipp II. (1579), daneben die "Marter des hl. Mauritius" (1580-84), die "Entkleidung Christi" für die Kathedrale zu Toledo (1579) und "Das Begräbnis des Grafen Orgaz" (1586). Zahlreiche Aufträge seitens der Kirche und des weltlichen Adels veranlassen Greco, einen ausgedehnten Werkstattbetrieb aufzubauen. Sein Werk kann als eine Zusammenfassung und Steigerung jener Eigenschaften und Merkmale des Manierismismus gelten, die in seiner Wahlheimat, dem Sitz der Inquisition, zu einzigartiger Ausprägung gelangt. Seine religiösen Bilder, mit denen Greco als Verteidiger des katholischen Glaubens im Geiste der Gegenreformation auftritt, stellen sich als die Wirklichkeit entmaterialisierte Visionen dar. Diese Vergeistigung erreicht er durch die langgestreckten Gestalten und besonders durch die Farbgebung, aus deren grauem Grundton einzelne Farben grell aufleuchten. Grecos Porträts, besonders das des spanischen Großinquisitors D.F. Nino de Guevara und das des Trinitariers und Dichters Fray Hortensio Paravicino, gehören zu den tiefstempfundenen Bildnissen überhaupt. Die Spätwerke Grecos gehören zu den bedeutendsten Schöpfungen der europäischen Malerei des 16. Jahrhunderts und sind mit den Arbeiten Michelangelos vergleichbar. Mit diesem hat Greco bei allen Unterschieden das unvergleichliche Pathos und die Universalität seiner Persönlichkeit gemeinsam. El Greco war wie dieser als Architekt, Bildhauer und Kunsttheoretiker tätig.