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Erich Hartmann

Biografien
Erich Hartmann

*  1886 Elberfeld
† 1974 Hamburg


Nach einem dreijährigen Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Eduard von Gebhardt besucht Erich Hartmann ab 1906 die Münchner Kunstschule Hermann Gröber. 1908-12 studiert er an der Münchner Akademie bei Peter von Halm, unterbrochen von einem kurzen Aufenthalt im Pariser Atelier Stettler bei Jacques Simon und Victor Menard im Jahr 1909. Bereits 1912 begibt sich der Künstler erneut nach Paris, wo er zwei Jahre ansässig bleibt. Im Ersten Weltkrieg dient Hartmann als Soldat und wird 1918 verwundet in ein Lazarett in Altona eingeliefert. Die kommenden Jahrzehnte bleibt Hamburg seine Wahlheimat. 1919 wird er Mitglied der neugegründeten Hamburgischen Sezession, der er bis zu ihrer Selbstauflösung 1933 angehört. 1922-44 unterrichtet Hartmann an der privaten Kunstschule Gerda Koppel, an der bedeutende Avantgarde-Maler wie Friedrich Ahlers-Hestermann und Eduard Bargheer zu seinen Kollegen zählen. Auf Vermittlung von Fritz Schumacher erhält er 1926 den ersten Auftrag zur Gestaltung eines monumentalen Wandbildes, mehr als zwölf größere Aufträge folgen. 1937 werden durch die Nationalsozialisten neun Arbeiten aus der Hamburger Kunsthalle, eine weitere in Stettin entfernt. 1946-53 ist Hartmann Leiter der Malklasse an der Landeskunstschule Hamburg. 1956 wird ihm der Edwin-Scharff-Preis verliehen, verbunden mit einer Ehrenrente. Der Künstler leistet einen entscheidenden Beitrag zur Ausbildung und Entwicklung des expressiv realistischen Hamburger Sezessionsstils um 1930. Herrschen in Hartmanns Malerei und Grafik bis 1922 expressionistische Elemente vor, zeigt sich ab Mitte der 1920er Jahre unter dem Einfluss der Malerei Giottos, die er während einer Italienreise aus eigener Anschauung kennenlernt, eine deutliche Vereinfachung der Formen und Figuren und eine Annäherung an den Stil der Neuen Sachlichkeit. Ende der 1940er Jahre löst sich Hartmann von seinen Vorbildern und beschreitet einen eigenen Weg, bei dem er die Form der Farbe unterordnet. Seine späten Arbeiten bewegen sich zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit.