Erwin Heerich
1922 Kassel
2004 Meerbusch-Osterath
Geboren wurde Erwin Heerich 1922 in Kassel. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges trat Erwin Heerich 1945 für neun Jahre in die Düsseldorfer Kunstakademie ein, wo er in der Bildhauerklasse von Ewald Mataré studierte und schon bald die ersten selbstständigen Werke schuf. Lehraufträge führten Erwin Heerich später ans Seminar für werktätige Erziehung in Düsseldorf (1961-1969) und im Anschluss an die Düsseldorfer Akademie, die den ehemaligen Studenten 1969 als Professor berief. Erwin Heerich bekleidete bis zum Jahr seiner Emeritierung (1988) den Düsseldorfer Lehrstuhl für "Grafische Künste - Künstlerisches Lehramt".
In seinem Oeuvre, das seit den frühen 1950er Jahren entstand, machte Erwin Heerich, dessen geometrische Formensprache beim Bauhaus und Piet Mondrians Neoplastizismus ansetzt, mit bedeutenden Zeichnungen und Druckgrafiken mit freien geometrischen Konstrukten auf sich aufmerksam, darunter hochwertige Schwarz-Weiß- und Farbserigrafien. In der Dreidimensionalität nehmen die berühmten Kartonskulpturen den vordersten Rang ein: Hier suchte Erwin Heerich nach der Vielfalt stereometrischer Formverbindungen, ausgehend von Grundformen wie Kugel, Quader, Kubus oder Zylinder. Anstelle konstruktivistischer Formaddition steht bei Erwin Heerich jedoch eine Mannigfaltigkeit durch Durchdringung, Teilung oder Aussparung von Formen. Die bewusste Verwendung des unbeständigen Materials Karton betont dabei den besonderen Stellenwert der Idee gegenüber der Ausführung und rückt Erwin Heerich in die Nähe der Concept Art. Daneben finden sich auch beständige Materialien wie Stahl im plastischen Oeuvre von Erwin Heerich, der seinen Stil auch auf die Architektur anwandte.
Mit seiner Kunst wurde Erwin Heerich rasch berühmt: Auf eine erste Einzelausstellung 1964 in Kranenberg folgten Teilnahmen an der documenta in seiner Geburtsstadt Kassel (1968, 1977) und bald auch öffentliche Aufträge für Großplastiken (ab 1978).
Erwin Heerich verstarb 2004 in Meerbusch-Osterath.
Erwin Heerichs Werke finden sich in zahlreichen nationalen und internationalen Museen wie dem Frac Bourgogne in Dijon, dem MACBA Barcelona, dem Museum Folkwang in Essen und den Staatlichen Museen zu Berlin.
Darboven, Hanne
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