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Esaias van de Velde

Biografien
Esaias van de Velde

*  1590 Amsterdam
† 1630 Den Haag


Der der Landschaftsmalerei des Barock die Richtung weisende Maler, Handzeichner und Radierer Esaias van de Velde wird um das Jahr 1590 in Amsterdam geboren. Die Familie stammt aus Antwerpen in den südlichen Niederlanden, und der Vater, Hans van de Velde, ist ebenfalls Maler. Seine Ausbildung absolviert Esaias van de Velde sicherlich in der Werkstatt des Vaters, vielleicht lernt er zusätzlich bei Gillis von Conixloo oder David Vinckboons.
Als junger Mann übersiedelt Esaias van de Velde nach Haarlem. In diesem Kunstzentrum nahe Amsterdam arbeiten zu dieser Zeit auch Frans Hals, Willem Buytewech und Hercules Seghers. Esaias van de Velde, seit 1612 Mitglied in der Haarlemer Lukasgilde, wird rasch ebenfalls zu einem Hauptvertreter dieser Haarlemer Schule.
Esaias van de Velde ist das Verdienst zuzuschreiben, die Landschaftsmalerei aus dem Manierismus des 16. Jahrhunderts herausgeführt zu haben. Die zunehmend erstarrte Künstlichkeit der älteren Schule verwandelt sich in seinen Werken in atmosphärisch verdichtete und realistisch anmutende Landschaftsstimmung. Die pittoresken Ansichten, sorgfältig komponierte Atelierbilder, basieren auf herausragenden zeichnerischen Studienblättern. Auch in der Technik der Radierung gelingen Esaias van de Velde bedeutende Werke.
Neben der Landschaft befasst sich Esaias van de Velde mit Darstellungen von allerlei Reiterszenen und Gefechten. Seine Pferdedarstellungen üben dabei einigen Einfluss auf spätere Künstlergenerationen aus. Ferner widmet sich Esaias van de Velde auch Figurenstücken: Bekannt sind seine Gemälde von Tischgesellschaften in der Natur, auch malt er Staffagefiguren in einigen Kircheninterieurs des Bartholomeus van Bassen.
Im Jahr 1618, kurz nach seiner Aufnahme in die Haarlemer Rhetorikerkammer, verlässt Esaias van de Velde die Stadt und übersiedelt nach Den Haag. Hier verbringt Esaias van de Velde den Rest seines Lebens und schafft ein virtuoses Spätwerk, dessen Kompositionen üppiger und farbiger erscheinen als in der Frühzeit.
Esaias van de Velde, zu dessen Schülern neben Jan Asselijn auch der berühmte Jan van Goyen zählt, der seinem Meister vieles verdankt, verstirbt im Jahr 1630 in Den Haag.