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Eugène Fromentin

Biografien
Eugène Fromentin

*  1820 La Rochelle
† 1876 Saint-Maurice bei La Rochelle


Der berühmte französische Maler Eugène-Samuel-Auguste Fromentin hat dem Orientalismus des 19. Jahrhunderts eine bedeutende, zwischen Neoromantik und Realismus changierende Variante hinzugefügt.

Geboren 1820 in La Rochelle, studierte der Arztsohn in Paris Rechtswissenschaften und schloss das Studium 1843 als Lizentiat ab. Bereits während des Studiums aber entdeckte er, wie auch schon sein gelegentlich dilettierender Vater (im Übrigen Leiter eines Irrenhauses), seine Liebe zur Malerei. Jean-Charles Rémond und Louis-Nicolas Cabat wurden Eugène Fromentins Lehrmeister. Prägend für den Maler waren seine Reisen nach Nordafrika (1846, 1848 und 1852/1853). Hier fand Eugène Fromentin seine Motivkreise und wurde bald zu einem der bedeutendsten, poetisch romantisierenden Schilderer algerischer Nomaden, des Beduinenlebens sowie afrikanischer Tierszenen und Jagden. Seine rasch zu Ruhm gelangten Werke, oft auf kleinen Formaten, sind in elegant-zartem Duktus und subtilem Kolorit ausgeführt und verzichten auf die blendenden Effekthaschereien mancher Zeitgenossen. Vorbild war für Eugène-Samuel-Auguste Fromentin der große Romantiker Eugène Delacroix; im hellfarbigen Spätwerk nähert sich sein Stil dem gleichfalls hochverehrten Realisten Camille Corot.

Als Schriftsteller reüssierte Eugène Fromentin nicht minder, auch hier waren ihm die Afrikareisen Inspirationsquelle. Seine Erzählung "Dominique" (1862) erntete den größten Ruhm. Als Kunstkritiker - auch dies ein wichtiger Arbeitsbereich - bildeten die "Maîtres d'autrefois" (Erstausgabe 1876), die auf deutsch unter dem Titel "Alte Meister" erschienen (Potsdam 1919), Eugène Fromentins Hauptwerk. Hierfür hatte er in Holland und Belgien die "Alten Meister" intensiv studiert; seine Publikation verhalf schließlich der niederländischen Malerei des "Goldenen Zeitalters" im Frankreich des 19. Jahrhunderts zu erhöhter Aufmerksamkeit. Eugène-Samuel-Auguste Fromentin lobte insbesondere die technische Delikatesse der Alten und befand, dass ein Bild, wenn es "gut gemalt" sei, immer auch seinen Wert habe. 1876 verstarb Eugène-Samuel-Auguste Fromentin in St.-Maurice nahe seiner Geburtsstadt.

Eugène Fromentins Werke, die regelmäßig auf den großen "Salons" gezeigt wurden, waren schon zu seinen Lebzeiten so populär und beliebt, dass sie in Nachstichen verbreitet wurden. Zu seinen zeitgenössischen Ehrungen rechnet die "Große Goldene Medaille" der Weltausstellung von 1867. Heute befinden sich Gemälde und Zeichnungen von Eugène-Samuel-Auguste Fromentin unter anderem im Musée du Louvre in Paris, in zahlreichen weiteren französischen Museen sowie in öffentlichen Sammlungen in Brüssel, Lüttich, Genf, Chicago und New York.