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Eun Nim Ro

Biografien
Eun Nim Ro

*  1946 Conju/Südkorea

Die Südkoreanerin Eun Nim Ro wird 1946 als drittes von neun Kindern in Chonju geboren. Auf Wunsch der Eltern nimmt Eun Nim Ro 1966 ein Studium der Medizin an der Universität Seoul an, welches sie aber nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter abbricht. Eun Nim Ro geht danach in das Grenzgebiet zu Nordkorea, um dort als medizinische Entwicklungshelferin zu arbeiten. Während ihres Aufenthaltes in diesem ländlichen und unzivilisierten Gebiet findet die für die Künstlerin wichtige Begegnung mit dem dort noch lebendigen Schamanismus statt und es entstehen in dieser Zeit Eun Nim Ros erste künstlerische Werke. 1970 siedelt Eun Nim Ro nach Deutschland und arbeitet als Krankenschwesterhelferin in Hamburg. Die Konfrontation mit der westlichen Welt lösen bei Eun Nim Ro eine Zeit der Krise, aber auch der Wandlung aus. Umwege führen sie an die Hamburger Hochschule für Bildende Künste, wo sie von 1973 bis 1979 bei Hans Thielmann und Kai Sudek Malerei studiert. Hier entwickelt sie einen intuitiven Malstil, der die Tradition koreanischer Tuschpinselmalerei mit dem Expressiven der westlichen Kunst verbindet. Anfang der 80er Jahre entstehen collageartige, zarte Gebilde aus Seidenpapierfetzen, die mit gedämpften Farben übermalt sind. Die heimatliche Wertschätzung des Papiers überträgt Eun Nim Ro ins Künstlerische und die Papiere des Maulbeerbaumes und der Reispflanzen sind für die Künstlerin nicht nur Malgrund für ihre Zeichnungen und Mischtechniken, sondern gleichzeitig auch Ausdrucks- und Gestaltungsmittel. Diese Nähe zur Natur und deren Material spiegelt sich auch in der Wahl ihrer Motive wieder, die Eun Nim Ro aus den Märchen und der mythologischen Welt Koreas entnimmt. Zu Symbolen werdende, naiv gemalte Zeichen von Fischen, Vögeln, Bäumen und Menschenwesen verwandelt Eun Nim Ro in ihrem schnellen Duktus zu Seinsformen, in denen sich die Natur als ein stetiger Kreislauf zeigt. Nach mehreren Stipendien, u.a. vom DAAD nimmt Eun Nim Ro 1990 eine Professur an der Fachhochschule Hamburg an und leitet dort seit 1994 die jährlich stattfindende internationale Sommerakademie "Pentiment". Eun Nim Ros Werk beschränkt sich nicht nur auf das Bild, sondern greift auf andere künstlerische Ausdrucksmedien wie Skulpturen, Keramiken, Performances und Installationen über. Ende der 90er Jahre entstehen Arbeiten im öffentlichen Raum, u.a. 1997 Entwürfe für die Glasfenster der Hamburger St.Johannis-Kirche und 1998/99 Leuchtwände für Verwaltungsgebäude in Seoul. Eun Nim Ro lebt und arbeitet in Hamburg und Michelstadt.